Sandy Bridge SATA-Bug - Update

IntelInzwischen hat der vorgestern bekannt gewordene Bug in Intels Sandy Bridge Chipsatz Cougar Point weitreichende Konsequenzen für die Marktsituation zur Folge.

Zudem wurde bekannt, dass wohl ein einzelner Transistor im Chipsatz für das Problem verantwortlich ist. Dies gab Intel gegenüber AnandTech an. Der entsprechende Transistor wird nun für das neue Stepping einfach deaktiviert, was jedoch die Funktionalität des Chipsatzes nicht beeinträchtigen soll. Das Problem wurde auch deshalb erst so spät erkannt, weil es nur das B2-Stepping des Chipsatzes betrifft, dass wohl recht spät für die Verkaufsversion der Mainboards erstellt wurde, während ein Großteil der Tests auf dem B1-Stepping erfolgte.

Inzwischen haben mehrere Hersteller und Händler den Verkauf von Sandy Bridge Mainboards respektive Notebooks eingestellt:
Alternate, Mindfactory, Arlt und Mix-Computer haben alle Sandy Bridge Mainboards aus dem Sortiment genommen und bieten den Kunden entsprechende Informationen zu dem Problem.

Sandy Bridge SATAbug - Alternate-Aktion


Auch die Hersteller haben reagiert und mittels Pressemitteilungen oder Emails auf das Problem hingewiesen und dabei auch Vorgehensweisen beschrieben.
Gigabyte zum Beispiel hat eine Hotline für Betroffene eingerichtet, beruhigt aber sonst die Besitzer von entsprechenden Mainboards mit dem Verweis auf die geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Fehler auftritt. Dennoch will man die betroffenen Geräte kostenlos austauschen. Wie der genaue Vorgang dabei sein wird, ist noch nicht klar, denn die Austauschboards mit dem neuen Stepping des Chipsatzes werden erst im April verfügbar sein.
MSI verweist auf die andauernden Untersuchungen zu den Problemen und bittet die Kunden auf weitere Mittelungen des Unternehmens zu warten. Man habe inzwischen alle Auslieferungen der entsprechenden Mainboards getoppt und auch die Händler gebeten, die betroffenen Produkte aus dem Handel zu nehmen. Zusätzlich gibt es eine Webseite mit Hinweisen zur Nutzung der SATA III-Ports.
ASRock rät ebenfalls vorübergehend zur Nutzung der SATA III-Ports um das Problem zu umgehen.
ASUS hat eine Webseite mit weiteren Informationen und Hotlines eingerichtet. Gleichzeitig habe man ebenfalls die Auslieferung aller Sandy-Bridge Mainboards gestoppt. Kunden, die schon ein betroffenes Produkt erworben haben, verspricht ASUS eine Rücknahme und Erstattung des Preises.
Toshiba hat eine Liste betroffener Notebooks herausgegeben und den Kunden empfohlen, schon gekaufte Produkte zurückzusenden, um das Geld zurückzuerhalten. Weitere Informationen gibt es auch hier auf einer entsprechenden Webseite.

Insgesamt deutet nun alles auf einen Relaunch der Sandy Bridge-Plattform im späten März oder April hin.


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9 Kommentare

9.) isigrim 03.02.2011 - 12:22 Uhr
Intel und Chipsätze war schon bei 1156er-Plattform ein Problem. Man muss nur mal sehen, wie das bei Boards geregelt war, die SATA3 und USB3 bieten sollten....Das Problem ist letztlich, dass über das DMI zuwenig zusätzliche Datenleitungen angebunden sind.
8.) atrox 03.02.2011 - 12:19 Uhr
Ok dann werden von den Mainbaordherstellern aber per zusätzlichem Chip mehr SATA III Ports bereitgestellt. Ist aber dann trotzdem arm wenn ich sehe was AMD bereitstellt und soviel zum Thema das die INTEL Chipsätze so gelobt werden.
7.) isigrim 03.02.2011 - 12:07 Uhr
Nein, Cougar Point hat zwei SATA-Controller. Einen SATA2 Controller mit maximal 4 Anschlüssen und einen SATA3-Controller mit maximal 2 Anschlüssen. Das aktuelle Problem betrifft nur den SAT2-Controller, so dass lediglich zwei sicher funktionierende SATA3-Anschlüsse übrig bleiben.

Gut zu sehen auf golfendem Schaltbild:

(Quelle: Heise)
6.) atrox 03.02.2011 - 11:49 Uhr
Habe ich was verpasst wieso nur 2 SATA Anschlüsse, die Boards haben doch alle 6 SATA III Anschlüsse und es werden die wenigsten sein die 6 SATA Anschlüsse brauchen.
5.) Phenocore 03.02.2011 - 11:47 Uhr
isigrim:
Wieso schafft Intel es nicht, für Sandy Bridge komplett auf 6 SATA3-Ports zu setzen..

Wahrscheinlich weil sie sonnst keine Argumente mehr für den Chipsatz der 7-er Serie im Jahr 2012 hätten, der wird dann mehr neue SATA-6G-Ports mitbringen und alle werden wieder auf die neuen "tollen" Chipsätze stürzen. Bei AMD "maulen" ja auch alle rum, dass die 900-er Chipsatzreihe im Grunde nichts neues im Vergleich zur 800-er Chipsatzreihe bringen wird...
4.) isigrim 03.02.2011 - 11:29 Uhr
Eine Highend-/Performance-Plattform mit nur zwei sicher funktionierenden SATA-Steckplätzen ist einfach nur bedauerlich. Von daher ist die Reaktion von Intel mehr als angemessen und das Aufsehen das darum gemacht wird ebenfalls.

Man stelle sich einfach mal vor, ob jemand ein Sandy Bridge Board kaufen würde, das von Haus aus nur mit zwei SATA-Steckplätzen ausgestattet ist? Ich hab zum Beispiel hier eine System-SSD und ein Daten-Raid am laufen. D.h. Minimum 3 SATA-Geräte. Ich würde mir nichteinmal mehr ein Low-End Board mit nur zwei SATA-Anschlüssen kaufen.
Ausweg wäre z.B. ein Sandy Bridge Board mit SATA3-Zusatzchips zu nehmen, aber das sind ja quasi workarounds.

Andere Frage:
Wieso schafft Intel es nicht, für Sandy Bridge komplett auf 6 SATA3-Ports zu setzen. AMD bringt das inzwischen selbst bei den kleinsten, nämlich dem A50M FCH der kleinen Fusion-Plattform hin, die mit bis zu sechs SATA3-Anschlüssen (5 + eSATA) kommt (siehe z.B. ASUS E35M1-I Deluxe).
Diese Chipsatz-Monopole sind für den Kunden eine Riesen-Katastrophe. Intel vertickt da genau wie bei den Prozessoren preislich abgestuft teildeaktiviert den gleichen Chip.
3.) N1truX 03.02.2011 - 10:45 Uhr
Also ich würde es nicht ganz so runter spielen. Viel aufsehen um nichts wurde z.B. um AMDs TLB-Bug bei den ersten Phenoms gemacht - Ich habe da im Desktop-Bereich nie einen Absturz erlebt und es wurde "ewig" breit getreten. Bei Servern war es wahrscheinlicher und da hat AMD auch richtig reagiert.
Das Problem bei Intel ist, dass es durch den Fehler auch zu Datenverlusten/Schäden kommen kann und die bisherigen Angaben von 5% in 3 Jahren sind schon recht üppig. Abstürze werden von Endkunden für gewöhnlich noch halbwegs hingenommen, sofern denn nicht zu häufig etc. Datenverluste wiegen (verständlicher Weise) bedeutend schwerer.
Wäre der Fehler nicht "das ganze Wert", würde Intel wohl kaum die Aktie aus dem Handel nehmen, die Auslieferung der Chipsätze stoppen und den (Re-)Launch damit um mehrere Monate nach hinten verschieben.
Und ob man die SATA II oder III-Ports benutzt ist vielleicht der kleinen Schrauber-Gemeinde bewusst, viele Besitzer von Fertig-PCs können das nicht so ohne weiteres ändern. Und du setzt voraus, dass man maximal zwei Laufwerke, HDDs oder SSDs im PC hat. Selbst bei vielen Fertig-PCs dürfte das dank eS-ATA und ggf. BluRay-Laufwerken auch schon nicht mehr der Fall sein.

Das ein einziger Transistor daran Schuld ist, ist unglücklich - kann aber durchaus möglich sein. Wenn dieser mit der Zeit unvorhersehbar beginnt zu schalten, kann das Auswirkungen auf alle folgenden Prozesse und in dem Fall die Datenintegrität haben.
2.) atrox 03.02.2011 - 08:15 Uhr
Naja es wird auch mehr aufsehen darüber gemacht, als das ganze Wert ist. Die wenigsten benutzen wohl die SATA II-Ports noch und da die Boards ausgetauscht werden passt das ja.
1.) eXEC 02.02.2011 - 22:57 Uhr
Ein einziger Transistor ist für das Problem verantwortlich?
Das ist wirklich so ziemlich der übelste Worst Case...