IFA - Dolby Lab's und die Zukunft der CD

MessenWir hatten die Möglichkeit mit Stephen Auld, seines Zeichens Account Manager EMEA bei der Dolby Labortories Inc., über die neusten Technologien aus dem Hause Dolby zu sprechen und etwas über die Zukunft der CD als Musik-Speichermedium zu diskutieren.

Dolby® Digital Plus-Logo

Dolbys aktuelles Messe-Highlight ist Dolby® Digital Plus. Dolby Digital Plus soll vor allem zwei Dinge bringen: Kompatibilität und besseren Klang. So ist das neue Format abwärts- wie auch aufwärtskompatibel zum Vorgänger. Sprich einfache Dolby Digital-Decoder können ebenfalls mit den neuen Streams umgehen, unterstützen aber nicht alle Funktionen. Dolby Digital Plus-Decoder unterstützen neben dem neuen Standard natürlich auch "alte" Dolby Digital-Streams.
Auf Seiten der Audio-Qualität sind nun Bitsreams mit bis zu 1,7 Mbit/s bei 7.1-Sorround-Sound möglich. Zudem will man besonders bei geringen Bitraten die Qualität weiter verbessert haben und somit eine praktikable Lösung für IPTV, IP-Streaming, DVB und andere Bandbreite-beschränkte Szenarien bieten. Hier werden nur sehr selten 5.1- oder gar 7.1-Modi angeboten, da es oft an der entsprechenden Bandbreite zur Übertragung fehlt.

Nokia N8

Außerdem ist Dolby Digital Plus Teil des neuen Dolby® Mobile-Standards, welcher auch unterwegs für einen sehr guten Sound sorgt. Wir konnten dies an einem Nokia N8 samt Sennheiser-Kopfhörer ausprobieren und waren durchaus angetan. Der Klang kann qualitativ mit guten "stationären" Systemen mithalten. Der wahre Clou ist allerdings die Möglichkeit, Dolby Mobile-Geräte an Dolby Digital Plus-fähige Receiver anzuschließen. So hat das bereits erwähnte Nokia N8 beispielsweise via Mini-HDMI einen FullHD-Film samt 5.1-Audio an einen Receiver weitergeleitet und dieser das Bild auf einen normalen FullHD-TV präsentiert.

Als es um die (hoffentlich) baldige Einführung von 7.1-Audio im Kino und auf Blu-Ray ging, war das Thema Stereo-Sound auf CDs nicht weit entfernt. So ist Stephen Auld der Meinung, dass die Content-Produzenten vorerst wohl standardmäßig keine Musik in Sorround-Sound anbieten werden, da die Zielgruppe noch zu klein ist und es auch noch an entsprechenden Standards fehlt. Denn das weit verbreitete MPEG1 Audio-Layer 3-Format (mp3) bietet nativ keine Unterstützung für mehr als zwei Kanäle. Mit der Verbreitung von Multi-Channel-fähigen Mobilgeräten (wie zum Beispiel Geräten auf Basis von Dolby Mobile) und einer entsprechend wachsenden Zielgruppe könnte es allerdings schneller, als erwartet, einen Umbruch in der Branche geben.


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