Crysis 2 mit 3D-Stereo ohne Performance-Verlust

Ego-ShooterCrysis ist trotz seines Alters von knapp drei Jahren in der Spielelandschaft immer noch das Spiel der Spiele, wenn es darum geht, sowohl visuell mit Leckerbissen versorgt zu werden als auch seine Hardware an die Grenzen zu treiben. Der Nachfolger Crysis 2 soll nach letzten Meldungen am 25. März 2011 erscheinen und sein Unwesen primär nicht mehr im Dschungel treiben, sondern in der Großstadt New York.
Aus technischer Sicht wird erstmals die so genannte CryEngine 3 Verwendung finden, die neben DirectX 11-Unterstützung, Acht-Kern-Optimierung auch 3D-Stereo ohne Performance-Verluste bietet, auf das wir im Folgenden etwas näher eingehen wollen.

Crytek-Mitarbeiter Nicolas Schulz prahlte im Rahmen der GDC damit, dass stereoskopisches 3D in Crysis 2 quasi ohne Leistungseinbußen genießbar sei. Er sprach von durchschnittlich rund 1,5 Prozent Performance-Verlust, was in der Tat unmerklich für den Spielbetrieb wäre. Doch wie ist das möglich?
Klassischerweise fällt die Performance mit 3D-Stereo in etwa um die Hälfte, weil zwei leicht versetzte Einzelbilder berechnet werden müssen. In Crysis 2 wird zunächst nur - als wenn es kein 3D-Stereo gäbe - ein Einzelbild gerendert. Mithilfe der dann berechten Pixeln, die noch im Backpuffer, einem Teil des Grafikspeichers, vorliegen, wird ein zweites, synthetisches Einzelbild erzeugt, so dass wie beim klassischen 3D-Stereo am Ende wieder zwei Einzelbilder für das linke und rechte Auge zur Verfügung stehen.

Crytek nennt seine neue 3D-Stereo-Technologie, die übrigens später auch auf den Konsolen Xbox 360 und Playstation 3 funktionieren soll, Screen Space Re-Projection Stereo (SSRS). Sie soll ab nächster Woche in die für Entwickler einsehbare CryEngine 3 implementiert werden. Weltweit sollen schon etwa 150 Universitäten diese zur Lehre einsetzen.
Die CryEngine 3 soll übrigens nicht nur First-Person-Shooter-tauglich sein, sondern auch ohne weiteres in Echtzeit- und Rennspielen eingesetzt werden können. Somit dürfte 3D-Stereo alsbald bei uns Einzug halten.

In die andere Richtung wird aber auch munter weiterentwickelt: So hat die deutsche Firma Infitec erst vor wenigen Tagen in Zusammenarbeit mit der Schweizer Firma Optic Balzers die so genannten Dualplex-Displays angekündigt. Diese sollen die Nachteile der derzeitigen 3D-Techniken auf Shutter-Basis wettmachen. Momentan sind die Blickwinkel stark eingeschränkt, die Helligkeit ist nicht optimal und häufig beklagen sich Anwender nach längerem Konsum über Kopfschmerzen.
Die Dualplex-Displays nutzen eine verbesserte Anaglyph-Technik mit Rot-Grün-Filtern. Dadurch wird zwar die Farbbandbreite eingeschränkt, doch soll die spezifische Wellenlänge für rot, grün, blau für einen realistischeren 3D-Effekt sorgen: Flexible Blickwinkel, volle Helligkeit, keine Ermüdung des Auges.
Hersteller haben schon angekündigt, entsprechende Bildschirme demnächst auf den Markt zu bringen. Vielleicht beschränkt man sich vorerst jedoch auf den professionellen Bereich.


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5 Kommentare

5.) N1truX 20.08.2010 - 06:04 Uhr
Naja, es gibt auch Displays mit entsprechenden Folien. Allerdings sind diese sehr Blickwinkel-abhängig und lassen sich dann i.d.R. auch nur für 3D nutzen.
4.) eXEC 20.08.2010 - 00:01 Uhr
@Flamingdart: Diese hier verwendete Technik ist nur die Möglichkeit, um beide Bilder ohne großen Performanceverlust rendern zu lassen. Wie beide Bilder dann ausgegeben werden dürfte eigentlich egal sein, ich denke es kann ausgewählt werden zwischen Anaglyph (Rot/Cyan-Brille) und den üblichen Shutterbrillen von iz3d und nvidia
3.) Duplex 19.08.2010 - 23:31 Uhr
ein wunder das Nvidia diesen weg net gefunden hat oder irgentwie integriert bei dene steht 3D in erster liste nach dem umbenennen der sachen ^^
2.) Luk Luk 19.08.2010 - 22:35 Uhr
Und ich als Brillenträger guck genauso in die Röhre....
1.) Flamingdart 19.08.2010 - 17:46 Uhr
Hörst sich doch Klasse an, aber braucht man für die Dualplex Displays immernoch eine Brille?

Ich finde diese Brillem sehr globig und ich seh alles Flimmern. -.-