AMDs Next-Gen: GPUs später, CPUs früher

AMDIn unregelmäßigen Zyklen präsentieren die Grafikkarten- und Prozessorenhersteller so genannte Next-Generation-Chips, die mehr oder minder signifikant von ihren bisherigen Chips abweichen und große Leistungssteigerungen versprechen. Hält man eine Lupe vors Auge und blickt weit hindurch, so wird man am Horizont bei AMD in puncto Grafikkarten die HD 6000-Reihe sichten und in puncto Prozessoren die so genannte Bulldozer-Architektur.

In den letzten Tagen sind im Web neue Informationen über dessen Veröffentlichungszeitraum nach außen gedrungen. Grob zusammengefasst wird die neue Grafikkartengeneration später als gedacht kommen, die neue Prozessorengeneration allerdings möglicherweise früher als angenommen.

Das letzte Gerücht besagte, dass die HD 6000-Reihe schon in Q3/2010 das Licht der Welt erblicken würde. Unsere seinerzeit an den Tag gelegte Skepsis scheint sich nun zu bestätigen: So verriet AMD im Rahmen des Financial Analyst Day, dass mit der nächsten Grafikkartengeneration, welche übrigens unter dem Codenamen Northern Island entwickelt wird, erst 2011 zu rechnen sei. Weiter grenzte man den Zeitraum vorerst nicht ein. Als Grund für die vermeintliche Verspätung führte AMD den Wechsel auf Globalfoundries an. Diese scheinen TSMC etwas im Zeitplan hinterherzuhinken. So wird man das benötigte 28 Nanometer-Bulk-Verfahren erst in Q4/2010 installieren können.
Details über die kommende Radeon-Generation gibt es noch nicht. Lediglich die Info, dass sie einen neuen Videoprozessor aufbieten wird und erneut DirectX 11 unterstützen wird, ist durchgesickert.

Unabhängig davon vermelden gleich mehrere Seiten, dass AMD noch im ersten Halbjahr 2010 die Produktion seiner neuen Prozessorenarchitektur Bulldozer im 32 Nanometer-SOI-Verfahren beginnen wolle. Unter dieser Annahme könnte ein Launch schon eher über die Bühne gehen als zuletzt angenommen wurde, wobei AMD immer nur von 2011 sprach, ohne diesen Zeitraum weiter einzugrenzen.
Prozessoren auf Basis der Bulldozer-Architektur werden pro Kern zwei Mini-Kerne besitzen und somit pro Kern zwei Threads gleichzeitig ausführen können. Anders als mit Intels SMT-Technologie geschieht dies allerdings hardware- statt softwareseitig und dürfte insofern deutlich leistunugsfähiger sein. Weiter wird jeder der Mini-Kerne vier statt drei Integer-Pipelines besitzen. Die Anzahl der FP-Pipelines soll sich bei zwei halten, man spricht allerdings von optimierten.


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4 Kommentare

4.) N1truX 21.12.2009 - 14:13 Uhr
Naja jeder Prozess muss auch entwickelt werden und das kostet Zeit, Geld und Personal. Schätzungsweise erachtet man es als sinnvoller mit allen Ressourcen auf 28 nm Bulk zu setzen und das entsprechend so schnell wie es geht.
Klar könnte man schneller auf 32 nm umsatteln, aber warum? Das nVidia schon 6 Monate nach dem Fermi eine neue Generation raus bringt darf wohl bezweifelt werden. So kann AMD den Vorsprung nutzen um zu GF zu wechseln. Genauso muss es nicht heißen das GF überhaupt erst ab ende 2010 28 nm liefern kann.
Der RV740 war auch eine "Risk-Production" von AMD bei TSMC für 40 nm um Erfahrung zu sammeln. Vielleicht sehen wir also auch irgend eine Art R800-Refresh-GPU in 28 nm "Risk-Production" bei GF schon weitaus früher. Oder AMD testet das an kleinen Mobil-GPUs, oder oder oder..
3.) Phenocore 21.12.2009 - 11:33 Uhr
Ich verstehe nicht, warum Globalfoundries keinen 32nm bulk Prozess in diesem Jahr für AMDs ATI-Karten anbietet. So eine fließende Portierung einiger Produkte in 32nm auf vollständige Portierung in 28nm wäre doch eigentlich eine gute Sache um Risiken zu minimieren...
2.) element22 21.12.2009 - 08:18 Uhr
2010 meint er wie es auch in dem verlinkten Threat steht. Aber das ist ja auch schon wieder Geschichte.
1.) m4c 21.12.2009 - 02:30 Uhr
"Das letzte Gerücht besagte, dass die HD 6000-Reihe schon in Q3/2009 das Licht der Welt erblicken würde."

2009 ?