OpenGL 3.0-Spezifikationen veröffentlicht

GrafikkartenAuf der Siggraph Konferenz in Los Angeles hat die "Khronos Group" die finalen Spezifikationen der neuesten OpenGL-Version bekannt gegeben. An der aktuellen API haben über 100 Firmen mitgewirkt, darunter auch Branchenriesen wie ATI, Nvidia oder Intel, die sich gleichzeitig auch dazu verpflichteten, die Schnittstelle auf ihrer Hardware zu unterstützen. Eigentlich sollte der Standard schon Ende 2007 fertig gestellt sein, jedoch verzögerte sich die Entwicklung um ein gutes halbes Jahr aus verschiedenen Gründen. Einer davon dürfte sicherlich Intels Larrabee gewesen sein.

OpenGL (Open Graphics Library) ist eine plattform- und programmiersprachenunabhängige API, die erstmals am 1. Juli 1992 veröffentlicht wurde. Die Besonderheit liegt im offenen Konzept, das durch sogenannte "Extensions" erweitert werden kann. Da OpenGL eher im professionellen Bereich führend ist, werden die meisten Heimanwender die API durch id Software kennen, da deren Engines ausschließlich auf OpenGL basieren, wie auch die id Tech 5-Engine, die in Rage oder Doom 4 Verwendung finden wird.

In der aktuellen Version wurde die "Open GL Shader Language" (GLSL) auf die Version 1.30 erneuert, durch die die Programmierung von Grafikanwendungen vereinfacht wird. Die Entwickler können nun - wie schon ab DirectX 9 bei Windows - durch eine dünne Abstraktionsschicht nahezu direkt auf die Hardware zugreifen. Des Weiteren gibt es einen einheitlichen Geometrie-Shader, der wie bei DirectX 10 bei Simulation von Rauch oder Wasser zum Einsatz kommt. Außerdem hebt OpenGL 3.0 die strickte Trennung der Speicherbereiche auf, was diversen Filtertechniken wie beispielsweise Anti-Aliasing zu gute kommt. Gleichzeitig werden 32-Bit-Daten unterstützt, wodurch "High Dynamic Range Rendering" mit seinen Überstrahlungseffekten und sehr feinen Farbverläufen erst möglich wird.

Ebenfalls neu ist die "Open Compute Language" (OpenCL). Diese kann man am Besten mit Nvidias "CUDA" vergleichen: damit lässt sich die GPU durch eine auf "C" basierende Sprache auf reine Rechenanwendungen beschränken. Jedoch ist OpenCL noch nicht fertig, es soll jedoch nach dem Erscheinen für jedermann frei zugänglich sein, da es lizenzfrei sein wird.

Wem unsere News nicht ausführlich genug ist, der kann noch im offiziellen, über 500 Seiten umfassenden PDF-Katalog rumstöbern. Dieser wird frei zugänglich auf der Khronos Homepage zum Download angeboten. Auch das offizielle Forum von OpenGL.org, in welchem bereits harsche Kritik an OpenGL 3.0 ausgeübt wird, ist einen Besuch wert.


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