Nvidia kauft Transmeta-Stromspartechniken

NvidiaAm heutigen Morgen hat die Seite "Expreview" darüber informiert, dass Nvidia die von Transmeta entwickelten Stromspartechniken Longrun und Longrun2 lizenziert hat. Angeblich hat Nvidia dafür eine einmalige Zahlung in Höhe von 25 Millionen US-Dollar vorgenommen. Pikant ist, dass AMD am Unternehmen beteiligt ist bzw. vergangenes Jahr um diesen Zeitpunkt für 7,5 Millionen US-Dollar Aktien erworben hat.

Transmeta wurde 1995 gegründet und ursprünglich ins Leben gerufen, um stromsparende, dabei jedoch auch schnelle Prozessoren für das Desktop- und insbesondere Mobil-Segment zu produzieren. Nachdem am 19. Januar 2000 der erste Transmeta-Prozessor im Handel stand, ging es jedoch nur noch Berg ab für das Unternehmen. Man erzielte nicht die erhofften Gewinne und musste schließlich am 1. April 2005 die Prozessorfertigung nach nur fünf Jahren beenden. Seitdem konzentrierte man sich auf die Lizenzierung der eigenen Techniken. Nvidia besitzt also auch nicht die Exklusivrechte an Longrun und Longrun2, sondern ist nur einer unter vielen Herstellern (Fujitsu, NEC, Sony, Toshiba), die sie sich von Transmeta lizenziert haben.

Bei Longrun und Longrun2 handelt es sich um Stromspartechnologien der damaligen Transmeta-Prozessoren. Sie sind vergleichbar mit AMDs Cool'n'Quiet oder Intels Speedstep. Auch wenn ein Vergleich zu diesen hinkt, sagt man Longrun und Longrun2 eine sehr aggressive Reduzierung der Taktfrequenz und Spannung nach. Letztere Technik greift sogar direkt in den Fertigungsprozess des Prozessors ein und minimiert Leckströme, die durch immer kleinere Fertigungsprozesse schnell auftreten können. Sie erhöhen den Stromverbrauch, ohne die Performance zu erhöhen. Besonders stark ereilt von diesem Schicksal wurde beispielsweise der Intel 90 nm-Prozess für die damaligen Pentium 4 Prescott-Prozessoren.

Unklar bleibt, warum Nvidia die Techniken lizenziert hat, denn bekanntlich vertreibt man im eigenen Portfolio nicht direkt CPUs. Mit Tegra hat man zwar jüngst einen kleinen Prozessor in der Hinterhand, dieser ist aber zum Beispiel nicht x86-kompatibel. Möglich wäre auch, dass man die Techniken für die eigenen GPUs verwendet.
Aufgrund mangelnder Informationslage der Techniken sind dies aber alles bloße Spekulationen. Vermutlich werden wir noch früh genug erfahren, warum Nvidia einer kostenspieligen Lizenzierung positiv gegenüber stand.


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