Intel Eaglelake: Wenig Neuerungen

IntelObwohl wenn Intel bereits Ende nächsten Jahres erste Prozessoren auf Basis der Nehalem-Architektur vorstellen möchte, mit welcher Intel zum ersten Mal den Speichercontroller in die CPU bringt, steht für die erste Hälfte 2008 noch eine neue Chipsatzgeneration an. Zwar ist diese schon einige Monate unter dem Namen Eaglelake bekannt, Informationen über vorgenommene Änderungen waren jedoch knapp und spekulativ. Intel hatte auch keinen Grund, zu diesen Chipsätze Details zu veröffentlichen, die 3er-Serie („Bearlake“) sollte sich schließlich verkaufen.

In den letzten Tagen sind nun vermehrt Informationen zu den neuen Chipsätzen bekannt geworden, welche anscheinend aus Intels offiziellen Dokumentationen zu den neuen Serien basieren. Demnach wird es für den Performance- bzw. Mainstream-Markt die Versionen X48, P45 und G45 geben, welche als Southbridge auf diverse Varianten der neuen ICH10 setzen. Letztere bietet zur ICH9 allerdings nur wenig Verbesserungen. Je nach Version der ICH10 werden diverse „Wake“-Befehle unterstützt, mit dem man einen schlafenden PC auch ohne mechanische Bestätigung am Startknopf starten können soll. Desweiteren werden in die Versionen ICH10D und ICH10DO erstmals die umstrittenen „Trusted Platform Module“ in einer Southbridge eingesetzt. Wie schon beim Vorgänger bietet die Southbridge sechs SATA2-Anschlüsse, zwölf mal USB 2.0 und sechs PCI-Express-Lanes.

Auch bei den Northbridges hat sich nicht sonderlich viel getan: Anderes als zunächst vermutet, unterstützen die neuen Chipsätze nur den FSB1333, die einzige Ausnahme mit FSB1600-Unterstützung ist der X48. Ein solche hoher FSB bleibt daher vermutlich den Extreme-Prozessoren vorbehalten. Die größte Neuerung dürfte damit die Einführung von PCI-Express 2.0 in der gesamten Produktpalette sein. Beim P45 können dabei die 16 Lanes in der Kombination 8x/8x aufgeteilt werden, was im Gegensatz zur 16x/4x-Kombination von PCI-Express 1.1 beim P35 zu deutlich weniger Performanceeinschränkungen bei Nutzung von ATI Crossfire führen sollte. DDR2 und DDR3 werden durchgängig unterstützt. Als integrierte Grafikeinheit kommt beim Chipsätzen mit IGP die Intel GMA X4500 zum Einsatz, welche im Gegensatz zum G35 wohl mit mehr Neuerungen auf sich aufmerksam machen wird, da sie nach bisherigen Informationen eine echte Neuentwicklung darstellt.

So scheint die Eaglelake-Serie wohl für die Nutzer von integrierten Grafiklösungen noch am meisten bieten zu können, desweiteren bietet sie mit dem P45 auch vernünftige Crossfireperformance für einen akzeptablen Preispunkt. Insgesamt halten sich die Neuerungen aber stark in Grenzen - eventuell, weil Ingenieure bereits an Chipsätzen für Nehalem arbeiten, wo sich zumindest die Northbridge deutlich von bisherigen unterscheidet. Es gibt bereits Spekulationen, dass Intel in Zukunft mehr auf Chipsatzlösungen mit einen Chip setzen möchte - eventuell ist die ICH10 schon die letzte Southbridge ihrer Art.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

0 Kommentare