Während ihrer Zeit im Europaparlament: Le Pen soll 600.000 Euro unterschlagen haben

Während ihrer Zeit im Europäischen Parlament
Le Pen soll 600.000 Euro unterschlagen haben

Einem Medienbericht zufolge werden mehreren Mitgliedern des rechten Front National vom Europäischen Parlament Scheinarbeitsverhältnisse vorgeworfen. Die Vorwürfe gegen Parteichefin Le Pen wiegen schwer: Sie soll zu politischen Zwecken Geld in Unternehmen investiert haben.

Einem Medienbericht zufolge hat die Betrugsbekämpfungsbehörde der Europäischen Union, Olaf, die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen und mehrere ihrer engen Vertrauten beschuldigt, während ihrer Amtszeit als Abgeordnete des Europäischen Parlaments rund 600.000 Euro unterschlagen zu haben. Das französische Nachrichtenportal Mediapart hat am Samstag Auszüge aus einem neuen Bericht von Olaf veröffentlicht. Le Pen trifft in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag auf den amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron.

Le Pens Anwalt wies die Vorwürfe zurück. Es sei eine „Ausbeutung“ kurz vor der Stichwahl gewesen, sagte Rodolphe Posselot von der Agence France-Presse. Teile des Berichts „Fakten, die älter als zehn Jahre sind“. Er fügte hinzu, dass Marine Le Pen „von keiner französischen Justizbehörde vorgeladen wurde“. Weder er noch sein Mandant haben den Abschlussbericht der 2016 begonnenen Ermittlungen erhalten. Marine Le Pen wurde im März 2021 schriftlich vernommen.

Mediapart hat Auszüge aus Olafs neuem Bericht über die Ausgaben der Fraktionen im Europäischen Parlament im Rahmen der Mandate ihrer Mitglieder veröffentlicht. Demnach sollen Le Pen und andere das Geld für landespolitische Zwecke, persönliche Ausgaben oder Dienstleistungen von mit ihrer Partei oder Fraktion verbundenen Unternehmen verwendet haben.

Die Staatsanwaltschaft von Paris untersucht Vorwürfe von

Marine Le Pen, ihr Vater Jean-Marie Le Pen, ihr Ex-Partner Louis Eliot und der ehemalige rechtsextreme Europaabgeordnete Bruno Golnich sollen rund 600.000 Euro unterschlagen haben, die sie zurückzahlen sollten. Dem Bericht zufolge hat Le Pen während ihrer Amtszeit als Abgeordnete in Straßburg zwischen 2004 und 2017 persönlich rund 137.000 Euro an öffentlichen Geldern unterschlagen.

Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber AFP, dass sie den Bericht am 11. März erhalten habe und ihn derzeit prüfe. Seit Juni 2017 wird auch gegen Marine Le Pen wegen des Verdachts ermittelt, Parteimitgliedern Scheinjobs als Assistenten im Europaparlament verschafft zu haben. Ihr werden im Rahmen der gerichtlichen Ermittlungen „Unterschlagung öffentlicher Gelder“ und „Absprachen“ vorgeworfen.

Marine Le Pen ist nicht die einzige Politikerin der ehemaligen Partei Front National, die sich jetzt National Rally (National Achievement Movement) nennt, die vom Europäischen Parlament der falschen Rekrutierung beschuldigt wurde. Ihr Vater und Gulnish sollen unter anderem dasselbe getan haben.

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