Mit 200.000 russischen Soldaten: Die Ukraine erwartet einen neuen Großangriff auf Kiew

Mit 200.000 russischen Soldaten
Die Ukraine erwartet einen neuen Großangriff auf Kiew

Die teilweise Mobilisierung Russlands zielt darauf ab, die Verluste in der Ukraine auszugleichen. In Kiew ist man sich sicher, dass mehr dahintersteckt. Im nächsten Jahr könnte Russland einen Versuch starten, die ukrainische Hauptstadt zu erobern.

Die ukrainische Militärführung rechnet bereits im Januar mit einer neuen russischen Offensive, die auch einen zweiten Versuch zur Eroberung der Hauptstadt Kiew beinhalten wird. Fortschritte könnten aus dem Donbass im Osten des Landes, aus dem Süden oder aus dem benachbarten Weißrussland kommen, sagten die Generäle Valery Saluchny und Alexander Sersky in Interviews mit dem englischen Wirtschaftsmagazin The Economist. „Die Russen bereiten etwa 200.000 Soldaten für den Einsatz vor. Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie erneut auf Kiew zielen“, zitierte das Magazin „Saluchny“ Zalocny.

Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksiy Reznikov gab gegenüber dem Guardian eine ähnliche Erklärung ab. Es mehren sich die Hinweise, dass Russland sich auf einen neuen Angriff vorbereitet. Es kann für Februar geplant werden, wenn die Hälfte der 300.000 im Rahmen der Teilmobilmachung rekrutierten Männer ihre Ausbildung abgeschlossen hat.

Unterdessen wurden mehrere ukrainische Städte erneut angegriffen. Bürgermeister Vitali Klitschko sagte gegenüber Telegram, er habe Explosionen in der Hauptstadt Kiew gehört. Er rief die Bewohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Laut Klitschko funktioniert die U-Bahn nicht, und die Stationen werden als Notunterkünfte genutzt. Auch bei der Wasserversorgung gibt es Probleme.

Nach Ansicht britischer Militärexperten setzt Russland derzeit noch verstärkt auf veraltete Grabenkämpfe. Dementsprechend bauen die russischen Streitkräfte ausgeklügelte Verteidigungsanlagen entlang der gesamten Frontlinie, wobei sie sich auf den nördlichen Sektor um die Stadt Svatov in der Oblast Luhansk konzentrieren. „Die russischen Pläne folgen den traditionellen militärischen Plänen für den Grabenbau, die seit dem Zweiten Weltkrieg weitgehend unverändert geblieben sind. Solche Konstruktionen sind wahrscheinlich anfällig für moderne, präzise indirekte Schläge“, heißt es in der Erklärung.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here