Erneut Proteste gegen „russisches Recht“ in Tiflis

Erneut Proteste gegen „russisches Recht“ in Tiflis

Stand: 12. Mai 2024 um 04:09 Uhr

In Georgien gingen erneut Zehntausende Menschen gegen das geplante Gesetz zur „ausländischen Einflussnahme“ auf die Straße. Viele Demonstranten schwenkten die Flaggen Georgiens, der Ukraine und der Europäischen Union.

Zehntausende Menschen demonstrierten in der georgischen Hauptstadt Tiflis erneut gegen ein geplantes Gesetz zur Eindämmung des ausländischen Einflusses. Sie äußerten ihre Unzufriedenheit mit den freundlichen Plänen ihrer Regierung gegenüber Moskau. Nach Ansicht der Demonstranten gefährdet dies die Chancen ihres Landes auf einen Beitritt zur Europäischen Union.

Neben georgischen Flaggen schwenkten viele Menschen auch Flaggen der Europäischen Union. Medienberichten zufolge verliefen die Proteste gegen das umstrittene „Russland-Gesetz“ zunächst ohne größere Zwischenfälle. Tausende Menschen wollten bis Sonntagmorgen einen Protest vor dem Parlamentsgebäude organisieren.

Das Gesetz, das das Parlament trotz wochenlanger massiver Proteste von Anwohnern Anfang nächster Woche in dritter Lesung verabschieden soll, trägt den Titel „Transparenz ausländischer Einflussnahme“ und sieht vor, dass Nichtregierungsorganisationen, die mehr als 20 Prozent ihres Einflusses erhalten, nichts tun dürfen Einnahmen aus Fonds, die aus dem Ausland kommen, müssen über ihre Herkunft ausgewiesen werden.

Viele Beobachter werfen der Regierung der ehemaligen Sowjetrepublik vor, das geplante Gesetz nach dem Vorbild des russischen „Stellvertretergesetzes“ auszuarbeiten, um die Arbeit kritischer Verbände und Medien zu behindern. In Russland werden viele Organisationen und Einzelpersonen als „ausländische Agenten“ eingestuft, was den Betroffenen oft große Probleme bereitet.

Diese Maßnahme gilt als politisches Repressionsmittel, um Kritiker zum Schweigen zu bringen. In Georgien gibt es Befürchtungen, dass das neue Gesetz den Weg für einen autoritären Trend in dem Land ebnen könnte, das seit mehreren Monaten Kandidat für die Mitgliedschaft in der Europäischen Union ist.

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