Er hat den US-Botschafter vorgeladen: Ankara stößt mit Washington zusammen

rief den US-Botschafter zu sich
Ankara kollidiert mit Washington

Die Türkei ist derzeit kein einfacher Partner für Nato-Mitglieder. Weil die USA ihre Bürger bei einer Demonstration in Istanbul vor möglicher Polizeigewalt warnen, hat Ankara nun den amerikanischen Botschafter vorgeladen – und mit einem Gegenultimatum revanchiert.

Die Türkei hat den US-Botschafter in Ankara, Jeff Flick, vorgeladen, um bei einer Demonstration vor Polizeigewalt zu warnen. Das türkische Außenministerium begründete dies mit einer Erklärung der US-Botschaft, die „unbegründete Aussagen“ über die Maßnahmen der Sicherheitskräfte enthielt. Die Unzufriedenheit bezieht sich auf eine Sicherheitswarnung vom Samstag. Die Botschaft warnte davor, dass während einer Oppositionsdemonstration in Istanbul Tränengas, Wasserwerfer und nicht tödliche Raketen eingesetzt werden könnten. Und appellierte an die amerikanischen Bürger, sich von Menschenmassen fernzuhalten.

Eine ähnliche Warnung richtete die Türkei daraufhin am Sonntag an ihre Bürger in den USA. Sie sollten sich von den Menschenmassen fernhalten. Das Außenministerium sagte in einer Erklärung, dass bei solchen Gelegenheiten in der Vergangenheit echtes Gas und Blei verwendet worden seien. Das US-Außenministerium äußerte sich zunächst nicht zu dem Thema. Die Ernennung eines Botschafters ist eine der schärfsten Protestmaßnahmen zwischen den beiden Ländern im diplomatischen Bereich.

Spannungen wegen Vetodrohung von Erdogan

Tausende haben in Istanbul gegen das Urteil gegen den Oppositionspolitiker Kanan Kaftancioglu protestiert. Der von der wichtigsten Oppositionspartei, der Republikanischen Volkspartei, organisierte Protest endete ohne Zwischenfälle. In der Vergangenheit sind Sicherheitskräfte wiederholt hart gegen regierungsfeindliche Demonstranten vorgegangen.

Kaftancioglu ist Präsidentin der Republikanischen Volkspartei der Provinz Istanbul und eine einflussreiche Unterstützerin ihres Parteikollegen Ekrem Imamoglu – des Bürgermeisters von Istanbul. Einige sehen in ihm einen potenziellen Rivalen von Präsident Recep Tayyip Erdogan bei den Präsidentschaftswahlen im nächsten Jahr. Ein türkisches Berufungsgericht bestätigte vergangene Woche Kaftancioglus fast fünfjährige Haftstrafe, unter anderem wegen Beleidigung des Präsidenten und öffentlicher Verunglimpfung des türkischen Staates. Laut ihrem Anwalt wird Kaftancioglu fünf Jahre lang nicht in der Lage sein, sich politisch zu betätigen.

Die Spannungen zwischen Ankara und den Vereinigten Staaten fallen zusammen mit der Drohung der Türkei, Finnland und Schweden ein Veto gegen den Beitritt zur NATO einzulegen. Kürzlich wandte sich Griechenland an die NATO und beschwerte sich über die nicht autorisierten Flüge türkischer Kampfflugzeuge.

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