Bei einem Testlauf wurde es gefunden: ein Leck im slowakischen Kernkraftwerk Mochovce

Bei einem Probelauf gefunden
Leck im Kernkraftwerk Mochovce in der Slowakei

Die Inbetriebnahme des dritten Reaktorblocks des Kernkraftwerks Mochovce in der Slowakei ist für Mitte Januar geplant. Bei Schwangerschaftstests wird ein Leck festgestellt. Der Zeitplan sei durch die notwendigen Reparaturen nicht gefährdet, berichtet der Betreiber.

Bei Belastungstests am neuen dritten Block des slowakischen Kernkraftwerks Mochovce wurde eine defekte Dichtung entdeckt. So wurde die seit September laufende schrittweise Stilllegung des Reaktors von der Betreibergesellschaft angekündigt. Eine Sprecherin sagte, das Leck in einem Teil des Reaktors sei bei Drucktests aufgefallen. Sobald das Siegel repariert ist, werden die Tests nächste Woche fortgesetzt.

Der Reaktorblock von Mochovce 3, der nach jahrelanger Verzögerung erst in diesem Jahr fertig gestellt wurde, wurde im September erstmals mit Brennstäben befüllt. Die erste Kernspaltung begann am 23. Oktober. Der Reaktor soll Mitte Januar in Betrieb gehen. Angesichts der bereits langen Anlaufphase rechnet der Betreiber nicht mit weiteren nennenswerten Verzögerungen durch die notwendigen Reparaturen.

Die ersten Schritte zum Bau des dritten Reaktors wurden bereits 1987 unternommen, der eigentliche weitere Bau wurde jedoch erst 2008 fortgesetzt. Zuletzt verzögerten Einsprüche der österreichischen Umweltschutzorganisation Global 2000 die endgültige Inbetriebnahmegenehmigung.

Doch der Hauptgrund für die lange Verzögerung waren wirtschaftliche und rechtliche Probleme der Betreibergesellschaft. Seit dem mehrheitlichen Verkauf an den italienischen Energiekonzern Enel wird die ursprünglich staatliche SE immer wieder von Betrugs- und Korruptionsverdacht erschüttert, bei denen der Bau von Atomkraftwerken eine große Rolle spielte.

Das Kernkraftwerk Mochovce liegt rund 100 Kilometer östlich der slowakischen Hauptstadt Bratislava und 150 Kilometer östlich von Wien. Neben den ersten beiden Blöcken in Mochovce, die seit etwa 20 Jahren in Betrieb sind, betreibt die Slowakei auch zwei Kernreaktoren am Standort Jaslovske Bohunice.

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