Ausnahme Ungarn und Slowakei: Brüssel erzwingt Ölembargo gegen Russland

Ausnahmen für Ungarn und die Slowakei
Brüssel erzwingt Ölembargo gegen Russland

Ein EU-Embargo gegen russisches Öl zeichnet sich ab: Deutschland unterstützt das Sanktionspaket. Ungarn und der Slowakei sollte mehr Zeit für die Umsetzung eingeräumt werden. Der Kompromiss könnte den Mitgliedsstaaten bereits morgen zur Konsultation vorgelegt werden, aber der Streit muss noch beigelegt werden.

Ungarn und der Slowakei wird mehr Zeit eingeräumt, um das Ölembargo der Europäischen Union gegen Russland umzusetzen. Ein EU-Beamter sagte, die EU-Kommission wolle Ländern, die besonders von russischem Öl abhängig sind, erlauben, die Importe bis Ende 2023 fortzusetzen. In anderen Mitgliedsstaaten sollen die Importe innerhalb von sechs bis acht Monaten gestoppt werden.

Das Ölembargo ist der Hauptbestandteil des sechsten Sanktionspakets gegen Russland, das die Europäische Kommission auf ihrem wöchentlichen Treffen in Straßburg auf den Weg bringen will. Am Mittwoch sollen sich erstmals Vertreter der Mitgliedsstaaten mit den neuen Sanktionen befassen. Zur Annahme ist ein einstimmiger Beschluss der 27 Länder der Europäischen Union erforderlich.

Ungarn und die Slowakei beziehen russisches Öl über den südlichen Zweig der Druschba-Pipeline, die auch Tschechien beliefert. Nach Angaben der Regierung importiert Ungarn etwa 65 Prozent seines Öls aus Russland – mehr als das Doppelte des EU-Durchschnitts von 26 Prozent.

Bulgarien und Tschechien wollen Ausnahmen

Ungarn hat mit einem Veto gegen ein Ölembargo gedroht, wenn es die Sicherheit der eigenen Versorgung einschränkt. Auch der slowakische Wirtschaftsminister Richard Solek wollte laut einer Mitteilung vom Montag eine Ausnahmeregelung fordern, weil der Abschied vom russischen Öl „mehrere Jahre“ dauern würde.

Wirtschaftsminister Robert Habeck kündigte am Montag in Brüssel an, Deutschland werde das Ölembargo unterstützen. Gleichzeitig machte es Wirtschaft und Verbrauchern Lust auf weitere Preiserhöhungen. Deutschland bezieht laut Habeck nur 12 Prozent seines Verbrauchs aus Russland. Ein Großteil der restlichen Importe geht an die Raffinerie Schwedt an der Oder, die vom russischen Rosneft-Konzern kontrolliert und über eine Pipeline beliefert wird. Habek sagte, da Rosneft kein Interesse daran habe, Öl außerhalb Russlands zu verarbeiten, suche man immer noch nach einer Lösung.

EU-Diplomaten zufolge könnte der Vorschlag der Kommission einen neuen Konflikt entfachen: Auch Tschechien und Bulgarien drängen auf Ausnahmen und nennen als Grund die starke Abhängigkeit ihrer Volkswirtschaften von russischem Öl.

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