ATi ersetzt X1300 Serie durch X1550

AMDDass nach der Übernahme von ATi durch AMD langsam weitgreifende Entscheidungen getroffen werden, war abzusehen und zeigte sich schon im Ansatz in vorherigen Newsmeldungen. AMD hat das Zepter in die Hand genommen und kann nach Belieben mit seiner Grafikkartensparte ATi "spielen". Auch wenn davon natürlich kein Gebrauch gemacht werden sollte; das amerikanische Unternehmen handelt gewiss erfolgsorientiert und nicht gegen ATi - schließlich würde man sich so selbst ins Boxhorn jagen. Daher dürfte die Entscheidung, die momentane Radeon X1300 Serie auslaufen zu lassen und mit der sogenannten X1550 Serie neu zu erwecken, kein flachser Gedanke zur Machtdemonstration sein. Die Verkaufszahlen zeigen es quasi schwarz und weiß. ATi liegt im profitablen Low-Cost Sektor weit hinter der kalifornischen Konkurrenz nVidia. Diese haben mit der GeForce 7300 einen wunderbaren und günstig zu produzierenden Chip, gegen den ATis momentane X1300 Serie nicht richtig rankommen mag.

Die Radeon X1550 Serie soll der Heilsbringer in der Not werden, wenngleich sie quasi nur ein RV516 und RV505 mit erhöhter Taktrate ist. Konkretisiert soll die Radeon X1550 mit 550 MHz beim Chip takten und somit 150 MHz höher als die "normale" Radeon X1300. Wie AMD offensive im Vorfeld durchblicken ließ, seien dank des starken 80nm Prozess auch Taktraten von weit über 600 MHz kein Problem - wohlgemerkt ohne Erhöhung der Core-Spannung. Angeblich habe man schon zahlreiche Partner darüber informiert, welches Potential in den vermeintlich kleinen Low-Cost Chips steckt. Man wünscht sich sogar, dass einige Hersteller die Taktfrequenz auf 700 MHz anheben. Ein derartiges Drängen auf Übertaktung, hatte man bislang von den Herstellern selbst äußerst selten vernommen. Wer glaubt, dass die hochgezüchteten X1550 Chips für Unsummen über die Ladentheke wandern, irrt gewaltig. AMD bzw. ATi wollen den Preis von 69 US-Dollar beibehalten und nVidia somit in arge Bredouille bringen.

Um die Lager der "alten" X1300 Chips schnell zu leeren, ruft AMD seine Partner dazu auf, die Karten einfach mittels Bios-Update auf eine Radeon X1550 umzuspielen. Bei Chips des Typus RV515LE verweist man allerdings darauf, diese unangetastet zu lassen und weiterhin als Radeon X1300 Chip zu vermarkten. Grund: Die Chips verfügen nur über ein 64-Bit Speicherinterface und könnten zudem die "hohen" Taktraten der X1550 Serie nicht Stand halten. Wann AMD/ATi mit der Umselektierung beginnt, steht noch aus; allzu lange dürfte es unserer Meinung nach aber nicht mehr dauern. Ob dieser ganze Trubel helfen wird, die Verkaufszahlen der ATi Low-Cost Karten anzuheben, bleibt abzuwarten.


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