500 GHz Transistor-Rekord

ForschungBei einer Temperatur von 4,5 Kelvin (-268,5°C), was nahezu dem absoluten Gefrierpunkt von -273°C entspricht, erreichten im Bundesstaat Georgia Forscher an der technischen Universität in Zusammenarbeit mit IBM eine Taktrate von 500 GHz mit einem Transistor. Hierbei wurde ein herkömmlicher 200mm Wafer von IBM verwendet, welcher allerdings unter einer "nicht optimierten" Belichtungsmaske hergestellt wurde. Daher glaubt Proffessor John D. Cressler und sein Team fest daran, die 1 Teraherz Marke bald knacken zu können. Dies allerdings bei Raumtemperatur, denn bei ihrem jetzigen Versuch kamen die Forscher bei Raumtemperatur immerhin schon auf 350 GHz. Wobei hier von einem stabilen Betrieb ausgegangen wird, sprich, mehrere Schaltvorgänge, welche dauerhaft möglich sind, ohne den DIE zu zerstören. Weiterhin bemerkte Proffessor Cressler: "Bei Tieftemperaturen können wir Effekte beobachten, die diese Bauteile sogar schneller machen könnten, als es die Theorien vermuten lassen." Einige spekulieren, dass er sich mit dieser Aussage, welcher er nicht weiter spezifizieren wollte, auf quantenmechanische Effekte der Elektronen beruft. Die gesamten Forschungsergebnisse werde er in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift "IEEE Electron Device Letters" bekannt geben. Man darf gespannt sein.

Man sollte aber nicht erwarten, demnächst Computer mit solchen Taktraten zu sehen. Es sind Forschungsergebnisse und Versuche, die mit den Rahmenbedingungen der Endverbraucher in keinster Weise übereinstimmen. Schließlich besitzt eine herkömmliche CPU, wie z.B. der AMD Athlon 64 3500+ (Sockel AM2), sage und schreibe 81,1 Millionen Transistoren. Und man merke sich, hier handelt es sich um eine Single-Core CPU, mit lediglich 512 KiB L2-Cache. Allerdings hat IBM bisher fast alles was im Labor entwickelt wurde, auf den Markt gebracht, und immerhin verwendete man hier "handelsübliche" Wafer. Die Umsetzung dieser Leistung, jeglicher Art und Weise, wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen, was für uns heißt, zurücklehnen, abwarten und nicht mehr ganz so stark staunen, wenn etwas Konkretes dazu auf den Markt gelangt.


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