Razer zeigt das "erste echte Spielenotebook"

SpieleDer primär für Spielezubehör wie Headsets, Mäuse und Tastaturen bekannte Hersteller Razer wirbt aktuell stark für den PC als ideale Spieleplattform. Ziel der "PC-Gaming ist nicht tot"-Kampagne war offenbar die Vorstellung eines Notebooks. Bislang ist Razer nicht als Hersteller von Notebooks aufgetreten.

Mit dem Blade verfolgt Razer allerdings auch einen anderen Kurs als die meisten anderen Hersteller. Selbstbewusst postuliert Razer, dass es sich um "das erste echte Spielenotebook" handelt. Alle anderen Geräte sind laut dem Hersteller nur schnöde Desktop-Replacements oder Office-Geräte. Besonders stolz ist man auf die für ein 17-Zoll-Notebook sehr geringe Bauhöhe von nur 2,24 cm. Bei der verbauten Hardware schwelgt Razer nun nicht gerade im Luxus, wohl auch um das Kühlsystem aufgrund der niedrigen Bauhöhe nicht zu überfordern. Da das Blade in enger Zusammenarbeit mit Intel und Nvidia entwickelt wurde, überraschen die Komponenten nicht wirklich:
Als Prozessor kommt ein Intel Core i7-2640M zum Einsatz. Der schnellste mobile Sandy-Bridge-Doppelkern taktet mit 2,8 Gigahertz und kann mittels Turbo auf bis zu 3,5 Gigahertz beschleunigen. Potentielle Käufer sollten sich allerdings vom wohl klingenden "i7" nicht täuschen lassen, es handelt sich nicht um einen Quad-Core-Prozessor im Gegensatz zum mobilen Core i5 fällt nur der L3-Cache mit 4 MB anstelle von 3 MB etwas größer aus. Dafür bleibt der i7-2640M mit einer TDP von nur 35 Watt auf dem Niveau niedriger getakteter Dual-Cores.
Die Grafik übernimmt - kaum verwunderlich - ein Chip von Nvidia. Die Geforce GT 555M mit zwei Gigabyte GDDR5-RAM gehört zur gehobenen Mittelklasse unter den Mobil-GPUs, zeigt sich mit der hohen Auflösung des Blade-Displays allerdings etwas überfordert. Mit 1920 x 1080 Bildpunkten Auflösung bietet der 17-Zoll-Bildschirm immerhin ein gestochen scharfes Bild. Auf ein optisches Laufwerk verzichtet Razer und auch die Festplatte ist mit 320 Gigabyte eher zurückhaltend groß. Eine SSD verbaut der Hersteller nicht. Beim Arbeitsspeicher hingegen spart das Blade nicht, ganze 8 Gigabyte DDR3-RAM stehen zur Verfügung.

Flaches Spielenotebook: Razer Blade

Razer war allerdings auch nicht darauf aus, das leistungsstärkste Notebook zu konzipieren. Das Blade stellt daher einen Kompromiss aus spieletauglicher Rechenleistung, geringem Gewicht und hoher Akkulaufzeit dar. Angaben zur Akkulaufzeit macht der Hersteller allerdings vorerst keine. Immerhin unterstützt das Blade Nvidias Optimus-Technologie, um je nach Anwendung zwischen der sparsamen Intel-Grafik und der leistungsstarken Nvidia-GPU wechseln zu können. Zumindest im Idle dürfte das Blade mit seinem 60 Wattstunden starken Akku eine brauchbare Akkulaufzeit erreichen. Für ein Notebook mit 17 Zoll Displaydiagonale fällt zudem das Gewicht mit 3,16 Kilogramm sehr moderat aus.

Es gibt allerdings noch eine weitere Besonderheit: Das Touchpad befindet sich nicht wie gewohnt unterhalb der Tastatur, wo es beim Spielen eh nur stören würde, sondern rechts neben dem Keyboard. Auf Knopfdruck lässt sich zudem die Funktion des Touchpads ändern. Neben der Funktion als schnöder Mausersatz beeindruckt das Touchpad in seiner Sonderrolle als zusätzliches Display mit Touchfunktionen. So lassen sich spielrelevante Informationen wie die Waffenauswahl, Inventar oder Einheiteninformationen auf das Pad legen. Zehn je nach Spiel konfigurierbare Sondertasten runden das Spezialdisplay ab. Diese Funktion wird aber wohl nicht jedes Spiel bieten, da eine Anpassung an die Spezialfunktionen nötig sein wird.

Das Blade soll noch im vierten Quartal 2011 zumindest in Nordamerika erscheinen. Wenig bescheiden zeigt sich Razer beim Preis: 2799 US-Dollar kündigt der Hersteller als unverbindliche Preisempfehlung an.


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2 Kommentare

2.) Dod 27.08.2011 - 12:28 Uhr
Gamer werden wohl die Finger davon lassen - die Hardware klingt für den Preis zu schwach und kaum jemand kauft sich ein Zocker-Book weil "schön schmal" ist. Vor allem nicht mit 17" ;) . Eine SSD wäre Pflicht gewesen in der Preisklasse, hätte Razer wohl auch nicht umgebracht. Das Touchpad sagt mir auch zu, allerdings glaube ich nicht an umfassenden Games-Support für das Ding.
1.) Phenocore 27.08.2011 - 07:48 Uhr
Das "Touchpad" anstatt des Nummerblocks und mit den Zusatzfunktionen ist wirklich interessant und innovativ.

Der Preis ist aber leider zu hoch, sie wollen wohl gleich alle Entwicklungskosten, die da hinein geflossen sind, mit dem ersten Notebook wieder rein bringen, anstatt diese auf mehrere Generationen zu verteilen... Die GeForce GT 550 wird jedenfalls nicht so viel Geld kosten, immerhin basiert sie auf dem zweit kleinsten Chip von Nvidida, dem GF118. Da hätte man wirklich noch zusätzlich zur HDD noch eine m-SATA-SSD verbauen können, ohne den Preis anzuheben. Ein optisches Laufwerk erwarte ich auch in einem 17-Zöller. Auch wenn das innovative Touchpad einiges an Platz weg nimmt, hätte man das Laufwerk bei einem 17-Zöller noch irgendwo unterbringen können, auch wenn man dafür die eine oder andere Komponente im Gehäuseinneren an die andere Stelle, als üblich hätte verschieben müssen, was natürlich wieder Geld gekostet hätte, aber bei dem Preis....

Interessant wäre auch noch, wie leise/laut das Notebook ist, wobei die GeForce GT 550 mit 30-35W TDP auch nicht sooo viel Wärme abstrahlt...