Warum AMD nicht mit Crysis wirbt

AMDSelten hat ein Spiel vorab einen so großen Hype ausgelöst wie Crysis. Ob zu recht oder zu unrecht, sei einmal dahin gestellt, die Grafikkartenhersteller können Crysis aber immer vorschieben, um den derzeitigen Entwicklungsstand der eigenen 3D-Beschleuniger zu veranschaulichen und um teure High-End-Produkte zu rechtfertigen. Interessanterweise ist es aber einzig allein nVidia, die in die eigene PR-Kampagne Crysis schon längst als Marketinginstrument aufgenommen haben - AMD/ATi schwieg bislang zu Crysis.

Im Rahmen der Launch-Veranstaltung der Spider-Plattform im polnischen Warschau hatten nun die Kollgen von "Goelm" die Gelegenheit, dieses Thema anzusprechen. Rede und Antwort stand der deutschen IT-Seite Richard Huddy, der bereits seit 2002 fester Bestandteil von ATi ist und mit der Übernahme durch AMD seine derzeitige Position nicht verlor.

Huddy äußerte, dass nVidia die exklusiven Marketing-Rechte für Crysis hätte und bekanntlich durch zwei nVidia-Programmierer auch maßgeblich im Projekt "Crysis" involviert gewesen ist. Zudem ist Crysis Teil des nVidia-Marketing-Programms "The way it's meant to be played". Dennoch: In der Vergangenheit warb ATi auch mit Titeln, die unter dem Schutz nVidias standen, warum jetzt nicht mehr?

Laut Huddy habe sich ATi zwar in der Vergangenheit des Öfteren in "nVidia-Projekte" eingeklinkert, aber auch dafür die entsprechende Quittung erhalten. So hat nVidia nach diesen Vorgängen den Spiele-Publisher kräftig ausgeschimpft und auf seine exklusiven Marketing-Rechte gepocht. Da man die Beziehungen zu anderen Firmen nicht unnötig belasten wolle, habe man sich diesmal dezent im Hintergrund gehalten, begründet Huddy das Vorgehen.

Obwohl nVidia also anscheinend in sehr engem Kontakt zu den Entwicklern von Crysis steht, will man sich kein schlechtes Verhältnis zu Crytek nachsagen lassen. So habe noch in dieser Woche ein Mitarbeiter die in Coburg beheimatete Firma Crytek besucht, heißt es. Warum trotzdem die ATi-Grafikkarten unter Crysis sichtlich langsamer sind als die des Konkurrenten, wird interessanterweise nicht allein damit begründet, dass nVidia einen "guten Draht" zu Crysis hat. So gäbe es in den aktuellen Catalysts noch überhaupt keine "Shader Replacements" für Crysis, macht Huddy Mut auf Besserung. Dass Crysis allerdings eines Tages besser auf ATi- als nVidia-Karten laufen wird, gilt als unwahrscheinlich, wie man Huddy im weiteren Verlauf des Gesprächs entnehmen konnte.

So stöhnte er über die sehr unterschiedlichen Grafikkartenarchitekturen. Während unsere Architektur unheimlich stark in rechenintensiven, mathematischen Berechnungen ist, zeigt die nVidia-Architektur ihre Stärken bei der Textur-Leistung, stellte Huddy fest. Microsoft wollte diese großen Unterschiede mit DirectX 10 angeblich beseitigen, damit starke Optimierungen in Spielen, die dann dazu führen, dass die Karten eines Herstellers sehr gut laufen, während die anderen nicht auf Touren kommen, unterbunden werden, machte Huddy seinen Frust über Microsoft und die mäßige Performance der eigenen Produkte in Crysis laut.


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