AMD-Wechsel-Dich: Wie aus HD 7000 HD 8000 wird

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AMD-Wechsel-Dich: Wie aus HD 7000 HD 8000 wirdGestern hat AMD die HD 8970 GHz Edition, HD 8950, HD 8870, HD 8760, HD 8740 ... vorgestellt. Glauben Sie nicht? Ich auch nicht! Und doch kursiert diese Meldung allerorts herum und ja, ich muss Ihnen sagen, sie stimmt. Die oben genannten Modelle und noch ein paar weitere HD 8000-Ableger, die es aber wie eigentlich die vorgenannten gar nicht verdienen, namentlich erwähnt zu werden, gehören fortan zu AMDs Grafikkarten-Lineup.

Was ist da im Grafikkarten-Zirkus wieder einmal von Statten gegangen? Rebranding ala "kleckern konnten wir schon immer, jetzt klotzen wir aber mal richtig".

Seit einigen Jahren haben die Grafikkartenhersteller den "Sport" für sich entdeckt, ihre Produkte, wenn die Zeit voranschreitet und man mit der Entwicklung der neuen Grafikkartengeneration noch nicht ganz fertig ist, kurzerhand umzubenennen. Dann werden neue Aufkleber gezückt, ein neuer Karton entworfen und schwuppdiwupp wird aus einer aktuellen Grafikkarte ein vermeintlich neues Produkt, das mit höherer, führender Zahl suggeriert, es handle sich hierbei um ein Produkt der nächsten Generation.

Die Kassen klingeln dann wieder schnell. Denn der Otto-Normalverbraucher ist gerne bereit, ein paar Euro mehr zu zücken. Schließlich ist er im Glauben, gerade ein nagelneues Produkt erworben zu haben. Oft wird er die Schwindelei gar nicht bemerken, denn ist die neue Grafikkarte gekauft, wird sich in aller Regel wichtigeren Dingen des Lebens zugewandt und nur ganz, ganz selten noch mal nachgehakt.

Diese unfaire, aber doch legale Methode, den Kunden aufs Korn zu nehmen, ist höchst effizient für die Grafikkartenhersteller. Daher ist auch kein Ende in Sicht. Ganz im Gegenteil: Der jüngste, nur wenige Stunden alte Vorfall zeigt dies.

Kurz vor dem Launch der "echten" neuen Grafikkarten-Generation nutzt AMD die Bühne der Consumer Electronics Show - eine der weltgrößten Computer-Messen -, um öffentlich die Umbenennung seiner derzeitigen HD 7000-Serie in HD 8000-Serie für den OEM-Markt bekannt zu geben. Einfach peinlich!

Und achja, richtig gehört: Seiner aktuellen Serie! Bislang wagten sich die Hersteller meist nur ganz vereinzelt, Modelle umzubenennen, aber die Dreistigkeit kennt wohl offenbar kein Ende. AMD benennt mehr als die Hälfte seiner Modelle - inklusive der High-End-Grafikkarten - eins zu eins um. Ein paar "neue" Modelle laufen mit leicht nach oben korrigierten Taktraten. Es handelt sich aber schlichtweg um die aktuellen Chips. Eine Farce!

Ich will mit dieser Kolumne keine Hass-Parole auf AMD schieben. Nvidia ist ebenfalls ein großer "Player", wenn es darum geht, alte Grafikkarten als neue auszugeben und teuer zu verkaufen. Die so flächendeckende und kurz vor der Vorstellung der wirklich neuen Generation so dreiste Umbenennung, hat mich nur schlichtweg ermuntert, zu der generellen Problematik der Umbenennung alter Grafikchips endlich einmal Stellung zu beziehen.

Schreibt, wie Ihr die großen Rebrandings von AMD und Nvidia findet. Ich freue mich auf Eure Kommentare.

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6 Kommentare

6.) Federvieh 03.02.2013 - 18:27 Uhr
Schön wenn es diese Verarsche nur im GraKamarkt geben würde. Im Imperialismus wird der Endverbraucher doch nur für dumm verkauft. Und wenn es die 90 Gramm Schokolade fürs selbe Geld wie früher die 100g Tafel ist.
Also was schlussfolgern wir? Augen auf und Gehirn einschalten beim einkaufen. Dann klappts auch und die 8xxx Karten liegen wie Pb in den Regalen.
@Scarred.Soul Träum weiter :D
5.) Scarred.Soul 16.01.2013 - 19:34 Uhr
Wird denn wenigstens die echte 7000er Reihe günstiger? :roll:
4.) KodeX 10.01.2013 - 20:58 Uhr
Nun, die Leute, die sich die Bezeichnungen ausdenken, haben bestimmt nichts mit der Entwicklung der Grafikchips zu tun. Ich wette, dass die Leute in der Technikabteilung AMDs genauso schimpfen wie wir. So ist das eben zwischen Technikern und Vertrieblern.
3.) N1truX 10.01.2013 - 20:55 Uhr
HD8000?! Muss ich haben! :P
2.) Overclocked 10.01.2013 - 18:18 Uhr
Ich finde die Umlabelpraktik unter aller Sau.
Gewinne um jeden Preis! Nicht mit mir!
1.) KodeX 10.01.2013 - 00:38 Uhr
Ich halte ebenfalls nicht viel vom sogenannten Rebranding. Doch leider ist das in der Grafikkarten-Sparte mittlerweile üblich. Da meistens nur OEM- und Mobile-GPUs umbenannt werden, ist es allerdings nicht so dramatisch. Die Käufer, die es wirklich wollen, informieren sich vorher ausgiebig über den Kauf. Dennoch sollte dieser Missstand verboten werden, da es einfach lächerlich ist.

Im Grunde braucht ein Hersteller doch nur eine High-End-, eine Performance-, eine Mainstream-. und eine Low-End-GPU. Diese GPU sollte dann unbeschnitten in OEM-PCs oder Notebooks eingebaut werden. Dann wäre das Grafiklabyrinth wesentlich überschaubarer und man könnte die Leistung "plattformübergreifend" sehr gut miteinander vergleichen.

z.B.: HD 7970m --> HD 7870 (da 1280 Shadereinheiten)

Dann gäbe es zwar keine HD-7900-Karte mehr im mobilen Bereich, aber der Käufer könnte sehr genau abschätzen, wie schnell seine Grafikkarte im Vergleich zu PCs ist.