Test: Lohnen sich teure Netzteile?12. April 2010

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Einleitung

Seit einigen Jahren im Trend befinden sich so genannte 80Plus-Netzteile, die je nach 80Plus-Zertifikat verschiedene Anforderungen an den Wirkungsgrad bei 20, 50 und 100 Prozent Belastung stellen. Wie der Name 80Plus bereits vermuten lässt, liegt der erforderliche Wirkungsgrad bei allen drei genannten Lastszenarien bei über 80 Prozent. Dieses Jahr wurden auch auf der Cebit die ersten 80Plus Gold-zertifizierten Netzteile für den Endverbrauchermarkt präsentiert. Denn im Serverbetrieb sind schon seit Jahren Netzteile mit 90 Prozent Wirkungsgrad keine Seltenheit.
Wir haben uns drei Netzteile aus verschiedenen Leistungsregionen angesehen und insgesamt unter vier verschiedene Lastzustände gesetzt. Neben der realen Leistungsaufnahme hinter dem Netzteil haben wir auch die Lautstärke des Netzteils gemessen. Denn eine höhere Effizienz hat weniger Abwärme und somit auch Kühlaufwand zur Folge. Als Testkandidaten dienen uns drei Netzteile, die auch bereits seit Längerem ihren Dienst in unseren Testsystemen verrichten, namentlich das Cougar CM550, Enermax Modu82+ 625W und das be quiet! PurePower L6 350W.

Netzteile im Test

Problematik

Das Problem vieler Netzteile – auch jener mit 80Plus-Zertifikat – ist die Leistungsaufnahme bei sehr geringer Last. Denn für ein heute normales Netzteil mit etwa 500 Watt Dauerleistung wären erst etwa 100 Watt Leistungsaufnahme des Systems ausreichend, um die 20 Prozent Auslastung des 80Plus-Zertifikates zu erreichen. Also in jenem Bereich anzukommen, in dem die besagten 80 Prozent Wirkungsgrad oder mehr erreicht werden müssen. An der Steckdose wären dies dann 125 Watt oder eben weniger (je nach Effizienz). Energiesparsame Systeme, besonders Office-Rechner oder HTPCs mit kleiner oder Onboard-Grafik, erreichen allerdings problemlos Werte von 25 Watt oder gar noch weniger. Sprich ein 500 Watt-Netzteil wäre hier gerade einmal zu fünf Prozent belastet, selbst unser 350 Watt-Kandidat würde bei lediglich rund sieben Prozent verweilen.
Warum ist das so problematisch? Netzteile verlieren in der Regel unter etwa 10 bis 15 Prozent Last massiv an Effizienz. Dementsprechend haben wir die drei Netzteile an zwei Testrechnern - jeweils im Ruhe- sowie belastetem Zustand - vermessen.

Abschließend noch einen herzlichen Dank an alle beteiligten Firmen für die langfristige Bereitstellung der Testkandidaten sowie die langjährige Zusammenarbeit. Ihnen wünschen wir wie immer viel Spaß beim Lesen des Artikels.

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