Test: AMD Phenom II X4 965 BE25. Oktober 2009

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Einleitung

Das Taktrennen zwischen AMD und Intel geht in eine neue Runde! Nachdem in den letzten Jahren primär über die Anzahl der Kerne die Performance reguliert wurde, ist man vorerst bei vier Rechenkernen im High-End stehen geblieben und versucht nun über das altbekannte Mittel der Taktfrequenz, die Performance zu erhöhen.
Phenom II X4 965 BE heißt AMDs neuste Taktwaffe gegen Intel, die mit 3,4 GHz pro Kern sogar die Taktfrequenz der damaligen Single- und Dual-Cores im Athlon-Dress übersteigt.

Der Phenom II X4 965 BE liegt im bekannten C2-Stepping vor und wird wie alle Phenom II-Prozessoren im 45 Nanometer-SOI-Verfahren hergestellt. Der L2-Cache ist pro Kern 0,5 MiB groß, der L3-Cache 6 MiB, liegt dabei aber nicht pro Kern, sondern einmalig für alle vier Kerne vor.
Gegenüber dem Phenom II X4 955 BE steht lediglich ein um 200 MHz gesteigerter Kerntakt. Dieser soll helfen, den Core 2 Quad Q9550 sicher zu schlagen und möglicherweise sogar die Fährte des Core 2 Quad Q9650 aufzunehmen. Ferner soll er gegen die neuen Intel Lynnfields bestehen. Preislich bewegt man sich um 200 Euro.

AMD Phenom II X4 965 BE-Verpackung

Höhere Taktfrequenzen gehen oftmals mit einem neuen Stepping oder Fertigungsverbesserungen einher. Beim Phenom II X4 965 BE hat man allerdings zur Brechstange gegriffen und den Takt um 200 MHz heraufgeprügelt, indem man die Versorgungsspannung, die die Leistungsaufnahme exponentiell tangiert, um 0,05 Volt auf 1,4 Volt erhöht hat. Dies hat zur Folge, dass der Prozessor nicht mehr in das 125 Watt-TDP-Schema passt und somit nach dem Phenom X4 9950 als zweite AMD-CPU mit 140 Watt TDP festgeschrieben ist.

Auf den folgenden Seiten werden wir uns detailliert dem Phenom II X4 965 BE zuwenden. Einer kurzen Architekturerläuterung inklusive tabellarisch aufbereiteter technischer Informationen folgt die Einführung in unser neues Bewertungssystem und Sockel AM3-Testsystem. Darauf wird der AMD-Prozessor in einer Reihe von praxisnahen und -fernen Applikationen unter Beweis stellen müssen, was in ihm steckt, bis am Ende die Messungen der Leistungsaufnahme eine weitere Grundlage für die abschließende Beurteilung schaffen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und wollen uns recht herzlich bei AMD für die Bereitstellung des Testmusters bedanken.

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