Test: Sapphire HD 4870 X212. September 2008

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Einleitung

Mit zwei Grafikchips auf einem Träger gespannt versucht AMD aufs Neue die Performancekrone zurück nach Kanada zu holen. Anfang des Jahres gelang dies mit der ersten AMD-Dual-Lösung HD 3870 X2 vorzüglich; die schier übermächtigen Nvidia-Chips wurden eingefangen, indem man auf ein PCB nicht mehr einen, sondern zwei Chips unterbrachte.
Inzwischen hat Nvidia jedoch wieder Oberwasser und wirkt mit der Geforce GTX 280, dem 1,4 Millarden Transistor-Monster, schier unbezwingbar. Gelingt es AMD auch ein zweites Mal, mit einer Dual-Lösung - dieses Mal auf Basis des neuen RV770-Core, der sich in Form der HD 4850 und HD 4870 bereits bestens hier präsentiert hat - die Konkurrenz auszustechen?

Sapphire HD 4870 X2 auf Verpackung

Dass AMD um jeden Preis gewollt ist, die Performancekrone ins eigene Lager zurückzuholen, beweist die Tatsache, dass man nicht die kleinere HD 4850 gedoppelt hat, sondern die leistungsstärkere HD 4870 und dieser obendrein pro Chip jeweils doppelt so großen Speicher verpasst hat.
Die HD 4870 X2 - so der offizielle Verkaufsname des doppelten RV770-Chips, der intern unter der Bezeichnung R700 läuft - kommt also mit wahnwitzigen 2 GiB Speicher daher, die zu allem Überfluss vom Typ GDDR5 sind. An den Taktraten selber hat man nicht mehr Hand angelegt. Ähnlich sieht es beim Chip aus, der weiterhin mit den typischen 750 MHz betrieben wird. Die HD 4870 X2 sollte demnach dieselbe Performance aufbieten wie zwei HD 4870-Karten im Crossfire-Verbund - sollte. Dass dies nicht so ist, dafür sorgt zum einen der doppelt so große Texturspeicher sowie zum anderen der Crossfire-X-Interconnect.

Crossfire-X-Interconnect? Richtig gehört! Hierbei handelt es sich um eine Datenschnittstelle zwischen zwei Grafikchips auf einem Träger über einen so genannten Sideport. Diese zusätzliche Schnittstelle - schließlich wird auch PCI-Express der zweiten Generation für die Kommunikation genutzt - liefert bidirektional weitere 5 GB/s. Insgesamt können zwischen den Grafikchips so untereinander 21,3 GB/s transferiert werden.
Damit diese Zahl nicht als bloße Zahl verkommt, der Vergleich zur HD 3870 X2: Die Datenübertragungsrate dieser Chips fiel mit 6 GB/s weniger als ein Drittel so hoch aus. Dies hat zum einen damit zu tun, dass noch PCI-Express der ersten Generation zum Einsatz kam, zum anderen aber eben auch mit dem Crossfire-X-Interconnect, den es damals noch nicht gab und der im RV770 extra im Hinblick auf eine Dual-Lösung mit verdrahtet wurde.

Sapphire HD 4870 X2

Nvidia versucht für den heutigen Test mit seinem Flaggschiff, der GTX 280, entgegen zu halten. Wird AMD mit der HD 4870 X2 den Kaliforniern die Vorherrschaft strittig machen können und wenn ja, von welchen Dimensionen sprechen wir? Zur zufriedenstellenden Beantwortung beider Fragen hat uns Sapphire freundlicherweise ein Testmuster des AMD-Flaggschiffs ausgeborgt. Selbstverständlich werden wir dieses nicht nur auf seine Leistungsfähigkeit hin überprüfen, sondern auch Punkte wie Lieferumfang, Lautstärke und allen voran Verlustleistuung abarbeiten.
Ist es wieder soweit, dass AMD sich die Krone aufsetzen kann und wieder den Ton angibt? Sehen Sie selbst!

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