Test: Sapphire HD 387016. April 2008

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Einleitung

Vor einem knappen Jahr stellte ATI seine HD 2000-Grafikkartenreihe vor, an die sich der ein oder andere eher mit Schaudern als mit Vergnügen zurückerinnert. Denn nach zahlreichen Verspätungen erreichte die Karte nicht die erhoffte Performance, um gegen Nvidias High-End Karten der 8er-Serie klare Akzente zu setzen. Nicht nur das anfängliche Treiberprobleme, ein sehr hoher Stromverbrauch, der gleichzeitig zu hohen Temperaturen trotz einer Dual-Slot-Kühlung führte, sowie das Fehlen der eigentlich notwendigen Stromsparmechanismen verärgerte die Kunden.

Sapphire HD 3870

Aber jeder hat eine zweite Chance verdient, so auch ATI mit seiner HD-3000-Reihe. Der als Refresh-Chip gehandelte RV670 läutete eine neue Generation ein und das in zweierlei Hinsicht: Einmal wechselte die Bezeichnung von HD-2000 auf HD-3000, um nicht mehr an den verkorksten Vorgänger zu erinnern, und andererseits wurde der Namenswechsel auch direkt durch zahlreiche neue Features gerechtfertigt, die nicht nur die Performance erhöhten, sondern auch die zahlreichen Ungereimheiten der vorherigen Serie behoben.

Neben den üblichen Verbesserungen der Architektur, die größtenteils für den Performanceschub verantwortlich sind, wurden auch die Taktraten nach oben geschraubt. Neue Technologien wie Microsofts aktuelle DirectX 10.1 API oder die so genannte "PowerPlay"-Technologie, die den Strombedarf im Idle durch Herabsenkung des Taktes und der Spannung oder sogar der vollständigen Abschaltung nicht benötigter Einheiten verringert, wären an dieser Stelle zu nennen. In diesem Bereich ist man dem großen Konkurrenten Nvidia einen Schritt vorraus, denn dort wird weder DirectX 10.1 noch ein Stromsparmechanismus bei einer einzelnen Karte unterstützt.

Sapphire HD 3870 Verpackung

Die hier und heute antretende Karte ist das Flaggschiff - klammert man die Dual-Lösung HD 3870 X2 - aus und hört auf den Namen HD 3870. Mittlerweile gibt es sie nicht nur mit dem standardmäßigen Dual-Slot-Kühler, sondern auch als Single-Slot-Variante oder sogar mit einem noch leistungsfähigerem Kühler, als übertaktete Version, zu einem besonders günstigen Preis ohne Zusatzausstattung oder als rundum sorglos Paket, oder oder oder... Für jeden Anwender ist die passende Version vorhanden. Grund für uns, die Karte, besonders bei den zurzeit niedrigen Preisen, genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Radeon HD 3870 tritt nur indirekt gegen eine Karte vom Konkurrenten Nvidia an. Sie siedelt sich preislich bewusst knapp unterhalb der 8800 GT an und hat sich in den letzten Monaten einen erbitterten Preiskampf mit dieser geleistet, so dass man die derzeit schnellste ATI Single-Chip-Karte schon ab 120 Euro erwerben kann. Wie weit sie in Sachen Performance hinter der 8800 GT zurückbleibt oder ob sie diese sogar hinter sich lassen kann, wird unser Test zeigen. Viel Spaß beim Lesen!

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