Test: GT200/RV770: Anti-Aliasing-Skalierung22. März 2009

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Einleitung

Seit Anfang dieser Dekade sind Grafikchips Herr über das Anti-Aliasing-Feature, welches dem so genannten Alias-Effekt entgegenwirkt. Unter diesem versteht man das Auftreten von Fehlern bei der Signalanalyse, die durch eine zu geringe Abtastfrequenz hervorgerufen werden. Kurzum: Es werden treppenartige Muster dargestellt, die nicht dem Originalbild entsprechen.
Anti-Aliasing nimmt sich diesem Problem an. Es glättet die Kanten und retuschiert damit den Treppeneffekt. Wie qualitativ hochwertig geglättet wird, ist dabei neben dem Verfahren davon abhängig, mit welcher Anti-Aliasing-Stufe das Bild gerendert wird. Je höher diese ausfällt desto qualitativ hochwertiger aber gleichzeitig auch rechenintensiver ist es.

Nach klassischer Definition gibt es im 3D-Desktop zwei Verfahren, die sich zur Kantenglättung eignen, und zwar Multi- sowie Supersampling. Inzwischen hat sich ersteres eindeutig durchgesetzt, weil es schlichtweg den besten Kompromiss aus Optik und Performance bietet. Supersampling reduziert zwar das Flimmern von Texturen und glättet auch Alpha-Test-Texturen wie Gräser oder Zäune, dafür ist der Rechenaufwand jedoch signifikant höher.
Von den Herstellern nachgeschobene Erweiterungen wie transparentes Anti-Aliasing, Coverage-Sampling-Anti-Aliasing (Nvidia) sowie adaptives Anti-Aliasing, Narrow-Tent-, Wide-Tent- sowie Edge-Detect-Filter (ATI) können sich anwendungsspezifisch als nützlich erweisen, sind allerdings herstellerübergreifend nicht vergleichbar und wirken streckenweise unausgereift.

Texturen ohne und mit Anti-Aliasing

Im folgenden Test wollen wir uns daher auf die zahlreichen Multisampling-Stufen (1xAA, 2xAA, 4xAA, 8x(Q)AA) beschränken. Anhand von Geforce GTX 285 (GT200) sowie Radeon HD 4870 (RV770) wollen wir aufzeigen, welcher Grafikchip effizienter filtert.
Die Qualität wurde bereits in vielen Tests eines näheren Blickes gewürdigt. Die Essenz: Die Qualität des Anti-Aliasings (Multisampling) ist bei Nvidia und ATI ausgewogen. Je nach Spiel gibt es minimale Tendenzen, die aber in der Summe keinen Sieger küren können.

Die Frage stellt sich also, welcher Grafikchip schneller Anti-Aliasing verarbeiten kann. Ebenso interessant ist allerdings, welche Anti-Aliasing-Stufe die beste Performance im Verhältnis zur Bildqualität generiert. Wir benchen dazu in der praxisnahen Auflösung 1680x1050 Pixeln und nutzen unseren gewohnten Parcours bestehend aus dem 3DMark Vantage, Call of Juarez, Crysis Warhead, Dead Space, Far Cry 2, Lost Planet und Stalker: Clear Sky.

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