Test: 7600 GT vs. X1800 GTO3. Juni 2006

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Einleitung

Bisher beschränkten wir uns bei unseren vorangegangenen Tests eigentlich nur auf die richtig großen Karten im Hardware-Business. Keine Frage, der High-End Markt hat Prestige. Für den geneigten Leser sind aber nicht gerade das die Karten, die im heimischen PC tagtäglich ihre Arbeit verrichten. Vielmehr sind es die Ableger der großen High-End GPUs, die auch den Geldbeutel der Chipschmieden am meisten füllen. Der dominante Mid-End Sektor entscheidet nicht selten, ob die Grafikkartenserie ein Top oder Flop wird.

nVidia GeForce 7600 GT

Schon zu Lebzeiten der GeForce 4 Serie war das Thema Mid-End Karte hoch im Kurs und mit der legendären GeForce 4 Ti 4200 hatten die Kalifornier eine unnachahmliche Grafikkartenlösung auf den Markt gezaubert, die wohl den besten Kompromiss zwischen Leistung und Preis bot. Wenig später folgte die nVidia GeForce FX 5600 Serie, die laut nVidia die "hohe" Performance der GeForce 4 Ti 4200 halten sollte, aber zudem noch um das wichtige Feature DirectX 9 erweitert werden sollte. Herausgekommen ist eine Karte, die in vielen Belangen der eigentlich schon betagten GeForce 4 Ti 4200 unterlegen war, und so kam es wie es kommen musste: Eine überraschend gute Serie präsentierten die Kanadier, die erst malig in ihrer Firmengeschichte Oberwasser hatten und den Ton angaben. Mit einer sogenannten Radeon 9500 Serie hatte man eine DirectX 9 taugliche Grafikkartenserie vorgestellt, die performancemäßig alles bisher im Mid-End Sektor gesehene über Bord warf. Später schickte man aus marketingtechnischen Gründen noch eine Radeon 9600 Serie nach, die allerdings kurioserweise etwas langsamer war als die Radeon 9500 Serie, obgleich sie natürlich der "lahmen" FX 5600 Serie immer noch gehörig paroli bieten konnte.

Die im Vorfeld hochgelobte GeForce FX Serie stellte sich nicht nur im Mainstream Sektor als Flop heraus, auch in allen anderen Sektoren zog man den Kürzeren. Mit viel Wut im Bauch präsentierte man Monate später die sogenannte GeForce 6 Serie, die bis heute den größten Generationssprung aller Zeiten hinlegte. Die neue Mainstream Lösung, auf die man alle Hoffnungen setzte, war die GeForce 6600 Serie, mit der man wirklich alles besser machen wollte - und so sollte es auch kommen. Lange Zeit blieb die Karte ohne jegliche Konkurrenz und als ATi das Pendant vorstellte, die X700 Serie, hatte nVidia sich schon ein großes Stück vom Kuchen genommen. Die nur schwerlich verkauften X700 Karten, deren größtes Manko die fehlende AGP Unterstützung war, verschwanden genauso schnell vom Markt, wie sie gekommen waren. Besonders die X700 XT, die die einzige Karte war, welche ansatzweise mit der 6600 GT mithalten konnte, wurde binnen weniger Monate aufgrund zu hoher Produktionskosten wieder vom Markt genommen.

ATi Radeon X1800 GTO

Das Monopol GeForce 6600 rühmt sich jetzt, seit gerade einmal 3 Monaten, mit einem neuen Update - der GeForce 7600 Serie. Mit der GeForce 7600 Serie, die auf der CeBIT in Hannover vorgestellt wurde, möchten die Kalifornier ihre derzeitige gute Position im Mid-End Sektor noch weiter ausbauen. Der Plan wäre auch fast ausnahmslos aufgegangen, hätte Konkurrent ATi nicht zeitgleich auf der CeBIT noch fix eine weitere Karte gelauncht, die auf den Namen X1800 GTO hört und der 7600 GT das fürchten lehren soll. Man muss schon im Vorfeld klarstellen, dass die GeForce 7600 GT eine ausgetüffelte und von langer Hand geplante Mainstream Karte ist, wohingegen die X1800 GTO nur ein aus der Not geborener Chip ist, der eigentlich nichtmehr als eine fehlerhafte High-End Karte ist. Trotzdessen gilt es zu klären, wer zum jetzigen Zeitpunkt die Nase vorn hat.

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