Problemlösung bei externen Festplatten

Problemlösung bei externen FestplattenExterne Festplatten werden als Backup-Medium für zahlreiche Daten genutzt. Backup ist die Sicherung verschiedenster Datenbestände. Nutzer verwenden die Festplatten, die auch als hard disk drives (HDDs) bezeichnet werden, meist für Multimedia-Dateien. Das bedeutet, sie speichern darauf . . .

  • ihre Musikdateien wie mp3s, zum Beispiel die liebsten Oldies
  • ihre Bilddateien wie jpgs, etwa Urlaubsfotos
  • ihre Filmdateien wie avi oder mpeg, beispielsweise Kinofilme
  • daneben jedoch auch ihre Textdateien wie word oder pdf, beispielsweise Online-Rechnungen


Im Bereich der externen Festplatten gab es einige Neuerungen. Früher wurden sie ausschließlich mit Netzteilen betrieben. Da dies von manchen Nutzern als umständlich empfunden wurde, gibt es jetzt auch HDDs, die den Strom aus der USB-Schnittstelle oder über die FireWire beziehen.

Es finden sich zudem Gehäuse, die zwei Festplatten bergen. Auch gibt es mittlerweile verschiedenste Größen; kleinere und somit handlichere externe Festplatten ermöglichen einen relativ einfachen Transport von Daten, indem sie von einem Ort zum anderen befördert werden, was früher Turnschuhnetzwerk (sneaker net) genannt wurde. Dazu eignen sich schon 2.5-Zoll-Geräte, die kleinsten existierenden sind 1.0 Zoll groß. Eine große Auswahl solcher Geräte bietet beispielsweise der Online-Elektronikversand Redcoon. Noch handlicher sind die Solid State Disks (SSDs), moderne Speichermedien, welche jedoch eine vollkommen andere Speichermethode als externe Festplatten aufweisen. Was unterscheidet external HDDs von SSDs?

Kurzgegenüberstellung der Funktionsweise von externen Festplatten und SSDs


Externe Festplatten schreiben zu sichernde Daten auf sehr schnell rotierende Scheiben (disks). Zum Schreiben dient dabei ein Schreib-Lese-Kopf-Arm, der von einem Motor betrieben wird und der den Kopf (head) auf den Scheiben lenkt. Die Scheiben sind mit magnetisierbarem Material beschichtet. Daten werden auf dieser Schicht mittels des heads in eine (wieder veränderbare) Oberflächenkodierung umgewandelt.

Solid State Disks sind keine Laufwerke im traditionellen Sinn. Sie enthalten keine beweglichen Teile wie die HDDs. Sie sind ein elektronisches Speichermedium, welches mithilfe von Halbleiterbausteinen funktioniert. In und auf einem Halbleiterkristall entstehen hier mikroelektronische Strukturen, welche die Speicherung dauerhaft sichern. Im Vergleich zu externen Festplatten sind sie zwar kleiner, jedoch deutlich teurer.

Tipps zur Vermeidung von Problemen


Das größte Problem bei laufenden externen HDDs sind Erschütterungen oder Stöße aller Art, beispielsweise, wenn sie von einem Schreibtisch auf den Boden fallen. Der über den Scheiben schwebende Kopf kann die Beschichtung berühren und schädigen. Die schlimmste Folge einer solchen schweren Erschütterung ist der Headcrash. Der Kopf kann auch auf der Platte kleben bleiben, was durch das schnelle Drehen der Platter (disks) zu seinem Abreißen führt. Solche massiven Beschädigungen sind nur durch professionelle Datenretter zu beheben. Zuvor gesicherte Daten können nur in unbeschädigten Bereichen der Scheiben wiederhergestellt werden. Um solche Gefahren zu minimieren, setzen Sie Ihre externe Festplatte zum Betrieb auf eine stabile, ebene Unterlage, die nicht vibriert. Ist Ihr Peripheriegerät abgeschaltet, sind die beschriebenen Gefahren durch Erschütterungen wesentlich geringer.

Um Ihre externe Festplatte zu betreiben, sollten Sie die äußeren Bedingungen der Umgebung beachten. Im Prinzip ist sie bei Temperaturen von 0 bis 60 Grad Celsius einsetzbar, am besten funktioniert sie jedoch bei etwa 35 bis 50 Grad. Wird es in der Umgebung zu kalt, wird das Öl für die Flüssigkeit, in welchem die mechanischen Bauteile gelagert sind, zu zäh – die sogenannte Viskosität nimmt ab. So kann die HDD nicht mehr ordnungsgemäß anlaufen. Externe Festplatten sind normalerweise nicht in einer zu heißen Umgebung, es überhitzen eher in schlecht belüftete Gehäuse eingebaute Laufwerke. Vermeiden Sie jedoch die direkte Sonneneinstrahlung, die das empfindliche Peripheriegerät schädigen kann.

Bei einer längeren Lagerung Ihrer externen Festplatte sollten Sie auf eine kühle und trockene Umgebung achten. Nutzen Sie sie zumindest ein oder zweimal im Jahr. Sonst kann es passieren, dass sich Verhärtungen einschleichen, die das Anlaufen erschweren.

Gelangt Feuchtigkeit in das empfindliche Gerät, kann es zur Korrosion der Bauteile kommen. Halten Sie Feuchtigkeit deshalb davon fern. Reinigen Sie Ihre externe Festplatte nur mit einem feuchten Tuch. Geben Sie niemals Reinigungsmittel direkt auf das Gehäuse, halten Sie auch Chemikalien unbedingt davon fern.

Führen Sie keinerlei Gegenstände in das empfindliche Gehäuse ein. Dadurch kann ein Kurzschluss entstehen. Ebenso sollten Sie das Gehäuse nicht selbstständig öffnen. Es kann dadurch nicht nur zerstört werden, sondern es erlischt auch im Normalfall Ihre Garantie auf das gesamte Gerät. Nutzen Sie nur das Originalnetzteil.

Ziehen Sie während des Betriebs niemals einfach den Stecker. Dies birgt ein hohes Risiko für Fehler und somit für den Datenverlust. Es ist sinnvoll, immer zu warten, bis die Lampe (meist orange oder blau) nicht mehr leuchtet, dann können Sie die HDD vom Netz trennen. Lassen Sie auch nicht Kinder unbeaufsichtigt damit spielen.

Handhabung der Festplatte


Bei der sogenannten Partitionierung (von lateinisch partitio = Aufteilung) werden aus dem gesamten Speicherplatz einzelne, in sich zusammenhängende Teile eines physischen oder logischen Datenträgers gebildet. Den einzelnen Partitionen werden normalerweise, dies bedeutet bei Betriebssystemen wie Windows oder DOS, Buchstaben zugewiesen. So ist jedem logischen Laufwerk ein Dateisystem zugewiesen. Der Vorteil der Partitionierung besteht darin, dass bei einem fehlerhaften Dateisystem die anderen nicht betroffen sind. Insbesondere bei Neuinstallationen ist dies von Bedeutung. Ein Nachteil ist der Verlust von Speicherplatz bei Partitionierungen. Wollen Sie deshalb den gesamten Speicherplatz nutzen, sichern Sie zunächst alle Daten, die auf der externen Festplatte vorhanden sind. Formatieren Sie dann die Festplatte neu und erstellen Sie eine einzige Partition daraus. Hierzu nutzen Sie die Systemsteuerung.

Probleme bei external HDDs


Festplatte nicht erkannt“ – dies ist der mit Abstand am häufigsten auftretende Problemfall in diesem Zusammenhang. Es gibt zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Testen Sie, ob die Festplatte an einem anderen PC läuft. Falls ja, sichern Sie Ihre Daten dort komplett, löschen Sie die Partition und erstellen Sie eine neue (Formatierung). Läuft die Festplatte nicht, obwohl die Anzeige leuchtet könnte ein Kabelbruch das Problem sein. Ein weiteres Indiz ist ein leises Knacken im Gerät, wenn es in Betrieb ist. Hier löst ein neues USB-Kabel das Problem. Funktioniert das nicht, sollten Sie ein Firmenupdate der Gerätesoftware durchführen.

Wenn es Probleme bei der Zuweisung der Laufwerksbuchstaben gibt, können Sie ein speziell dafür entwickeltes Programm nutzen. Der USB Drive Letter Manager weist Wechsellaufwerken über die Geräte-ID oder das Volume Label einen festen Laufwerksbuchstaben zu.

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1 Kommentar

1.) rizawi 07.09.2013 - 12:38 Uhr
Was fehlt:
Welche Daten sind wichtig? Es ist doch scheissegal ob der Kinofilm den man illegal im Netz gezogen hat weg ist oder die Oldiesammlung die man sich vom Nachbarn kopiert hat, wichtig sind die persönlich erstellten Daten wie Bilder, Videos und Texte, denn die sind einmalig.
Der Durchschnitt wird da wohl so maximal 50GB benötigen, jemand der Videos aufnimmt bis zu das 100 Fache. Da es sich hierbei um unwiederbringliche Daten handelt ist es von essenzieller Bedeutung diese Daten zu spiegeln, manuell oder automatisch und nicht einfach ab und zu mal auf eine Externe zu schieben. Ich recover jetzt schon seit bald 20 Jahren Rechner und Festplatten, wie viele verreckte externe ich schon in der Hand hatte auf der die Hochzeitsbilder, die Urlaubsfotos, die Diplomarbeit und sonst was unwiederbringlich verloren waren weil keine Kohle dafür da war mal ebend die Profis Forensik machen lassen, passt auf keine Kuhhaut.

Probleme bei externen vermeidet man indem man stattdessen ein NAS kauft und persönlich wichtige Daten 2 3 mal spiegelt, ansonsten sind externe Festplatten ein Transportmedium, als primäre Datenspeicher tickende Zeitbomben und damit maximal als Backup geeignet. So ein NAS kostet einen mit 2x2TB aktuell noch maximal 200€ die man vermutlich nur ein mal alle 5-10 Jahre investieren muss, um sich die 1000€ für ne professionelle Recovery, die einem bei nem headcrash bevor steht, zu ersparen.

Davon abgesehen stecken externe Festplatten meist in schlecht belüfteten Gehäusen, meine Erfahrung ist das die oft viel wärmer werden als Platten in einem normal gekühlten Gehäuse. Welches Gehäuse hat heut schon noch weniger als 2 14cm Lüfter?

Ausserdem, Firmwareupdate einer HDD? Den noob der das zuhause macht will ich sehn.