IDF: Intel demonstriert Penryn

IntelAuf dem diesjährigen Intel Developer Forum präsentierte Intel seine neue Penryn-Mikroarchitektur, die eine Erhöhung des FSBs auf 1.333 MHz und diverse weitere Änderungen mitbringen wird. Wie wir bereits berichteten fällt der NDA erst Mitte Juli, weswegen dies vielleicht die letzte Infowelle zu Penryn sein wird, die an die Öffentlichkeit überschwappt.

Penryn

Zu den Neuerungen im Vergleich zur Core-Architektur (offizieller Name: Merom-Architektur) sind die SSE4-Befehlssätze, eine bessere Kompatibilität zu mehreren Betriebssystemen, eine verbesserte Form der Vanderpool Technology (VT), die künftig auf den Namen Enhanced Intel Virtualization Technology (EIVT) hören soll, ein erweiterter Level 2-Cache auf 6- bis 12 MiB, ein erhöhter FSB von 1.066 MHz auf 1.333 MHz, der Wechsel von 65- auf 45 nm-Fertigung und ein (wieder einmal) besseres "Performance per Watt"-Verhältnis. Ferner soll die Geschwindigkeit pro Takt von 2 Bits pro Takt auf 4 Bits verdoppelt werden und durch die 47 neuen SSE-Befehlsinstruktionen auch die SSE-Befehle zweimal so schnell ausgeführt werden. In der Praxis heißt dies folgendes: Freunde von SAD.Bearbeitung sollen sich auf 1.4 bis 2 mal schnelleres Enkoding freuen können und auch für Spieler scheint sich ein Penryn zu lohnen. In den letzten Wochen dieses Jahres will Intel die komplette Produktion von Desktop-Prozessoren auf die 45 nm-Architektur Penryn umstellen. Diese wird sich aber laut der aktuellen Roadmap nur bis Mitte 2008 halten, denn dann soll mit Nehalem der nächste große Schritt getätigt werden.

Intel Roadmap

Es sind wieder einmal die chinesischen Kollegen von HKEPC, die Hand an ein Testsystem bestehend aus einem Yorkfield-Prozessor mit 4 Kernen und jeweils 3.33 GHz Takt, 2 GiB Corsair DDR2-800 Speicher sowie einer nVidia GeForce 8800 GTX auf Basis eines Intel D975XBX2-Mainboards in der Revision 505 anlegen konnten. Zum Vergleich wurde das gleiche System mit einem Wolfdale Dual-Core Prozessor (ebenfalls auf Basis von Penryn und mit 3.33 GHz getaktet) und dem aktuellen Topmodell auf Basis der Merom-Technologie, dem Core 2 Extreme QX6800 (4 Kerne, 2.93 GHz). In Spielen ist der Quad-Core Yorkfield 8- bis 38 Prozent schneller als der QX6800, die Dual-Core-Variante Wolfdale muss im 3DMark etwas zurückstecken, kommt aber auch im Valve-Shooter Half-Life 2 auf sehr gute 210 fps, wie der vierkernige Bruder. Im H.264-Videoenkoding zeigt sich das umgekehrte Bild: Der Wolfdale schlägt Yorkfield und QX6800 mit über 30 Prozent Vorsprung und zeigt auch in der DivX-Disziplin dem Yorkfield mit 22 Prozent schnellerer Enkodierungszeit seine Rücklichter. Im CPU-Test des 3DMark zeigt sich das Ergebnis des Benchmark-Parcours: Der mit 3.33 GHz getaktete Yorkfield zieht mit 21 prozentigem Vorsprung davon, danach folgt der Kentsfield QX6800 und mit 25 Prozent Abstand bildet der Wolfdale das Schlusslicht.

Der Test zeigt, dass der Yorkfield schon einiges an Performance-Potenzial besitzt und dem Kentsfield zeigt, wo der Hammer hängt. Allerdings ist die Dual-Core-Variante Wolfdale langsamer als erwartet und dürfte es schwer haben, neue Käufer zu finden. Natürlich kann man diese Benchmarks nicht ganz für voll nehmen, da sie erstens unter Aufsicht von Intel geführt wurden und zweitens das CPU-Design noch nicht final ist. Der NDA fällt bekanntlich erst am 15. Juli - und damit auch das Urteil, ob sich ein Kauf eines Penryn-Prozessors im Vergleich zu aktuellen Core 2 Duos lohnt. Bis dahin heißt es abwarten und Tee trinken.


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