Benchmarks: HD 2900 XT vs. 8800 GTS

AMDWir schreiben Dienstag, den 24. April - geheimer Techday zum R600 in Tunis. Geheim, was heißt schon geheim? Getreu diesem Motto haben einige anscheinend entgegen dem Schweigegelübd die geheimen Informationen dazu missbraucht, öffentlich ein Furore anzuzetteln - was damit auch gelungen scheint. Es sind die Kollegen von Dailytech, die handfeste Benchmarkergebnisse in petto haben. Die Radeon HD 2900 XT, die bis Juni das Flaggschiff der AMD-Riege darstellen soll, ehe sie von der HD 2900 XTX abgelöst wird, welche auf den fortschrittlicheren Speichertyp GDDR4 setzen wird, und aufgrund dessen erst mit einer kleinen Verspätung eintrifft, musste sich mit der GeForce 8800 GTS 640 MB messen. Die Teststation war neben einem Intel D975XBX2 Bad Axe 2 Mainboard mit einem Intel Core 2 Extreme QX6700 sowie 2x 1 GiB DDR2 800 Speicher ausgestattet. Getestet wurde nach frischer Neuinstalltion mit Windows XP. Als Treiber kam bei ATi der "8.361 Catalyst RC4" zum Einsatz; nVidias 8800 GTS lief mit dem aktuellen ForceWare 158.19. Alle Ergebnisse wurden bei einer Auflösung von 1280x1024 Bildpunkten im Modus "Max. Quality" ermittelt.

FutureMarks 3DMark06 attestierte der HD 2900 XT 11.447 3DMarks gegenüber 9.836 3DMarks bei der 8800 GTS. Die restlichen Spieletitel Call Of Duty 2 und Oblivion bescheinigten der ATi-Karte eine mehr als 20 Prozent höhere Performance. Ergänzend sollte man zur Radeon HD 2900 XT noch hinzufügen, dass diese mit 1650 MHz im Speicher angesprochen wurde und über ein 512-Bit Speicherinterface verfügte, das ihr zu einer theoretischen Bandbreite von satten 106 GB/s verhalf. Der Chip schien mit 800 MHz bei satten 320 Streamprozessoren (unerwartet viele) getaktet worden zu sein. Daraus lässt sich schon jetzt erschließen, dass die ATi Streamprozessoren in ihrer Leistungsfähigkeit stark gegenüber denen der Konkurrenz eingeschränkt sind, obwohl sich kurioserweise in der Vergangenheit genau das Gegenteil als mögliche Variante erschloss. Auf den Architekturaufbau des R600 dürfen wir somit weiterhin gespannt sein.

Was darf man nun von den Ergebnissen halten, die ATi in jedem der drei Szenarien vorne stehen lassen. Erst einmal sollte man die Ergebnisse nicht allzu sehr auf die Goldwaage legen, denn es wurde ausschließlich unter 1280x1024 ohne Anti-Aliasing und anisotropischem Filter gemessen, die aber gerade bei High-End Karten unabdingbare Methoden zur Qualitätsverbesserung darstellen. Weiter scheint die Auswahl der Titel - abgesehen vom 3DMark06 - recht nVidia feindlich bzw. gibt es aktuelle Titel, in denen sich nVidia GPUs weitaus besser schlagen. Der ermittelte Performancevorsprung von 20 Prozent gegenüber der 8800 GTS schmilzt geradezu dahin, sofern die HD 2900 XT tatsächlich für 399 US-Dollar den Besitzer wechselt und somit eigentlich in direkter Konkurrenz zur 8800 GTX stände. Diese ist nämlich knapp 30 Prozent schneller als die 8800 GTS, könnte also äußerst gut der HD 2900 XT standhalten.

Wir wollen nicht im Vorfeld die neue ATi Grafikkartengeneration verhemmen und ihr ein schlechtes Urteil ausstellen, dazu ist es beileibe noch einen ganzen Taken zu früh, dennoch wollen wir ehrlich zugeben, dass uns die Werte nicht vom Hocker hauen. Ja, das wir uns nach so langer Abstinenz von ATi im Grafikkartensektor mehr erwartet oder vielleicht auch nur erhofft hatten. Andererseits wurde der Verkaufspreis von 399 US-Dollar noch nicht offiziell bestätigt, ein Verkaufspreis von 299 US-Dollar würde die Verkaufslage postwendend zu gunsten von ATi auslegen lassen. Wiederum hätte man dann das Problem, sich im High-End Sektor hinter der 8800 GTX zu positieren, welche laut den Benchmarks ja ein Stück schneller zu sein scheint. Hoffnungen in die HD 2900 XTX zu setzen, halten wir für keinen guten Rat. Diese scheint ausschließlich aufgrund des deutlich höheren Speichertakts von 2200 MHz in höheren Auflösungen und mit AA/AF ihre Vorteile ausspielen zu können, der Chip- und Shadertakt konstaniert nach derzeitigem Kenntnisstand bei 800 MHz.

Ob im Laufe des Tages noch weitere "offizielle" R600-Benchmarks auftauchen, werden wir weiter mit Spannung verfolgen. Allmählich baut sich das Puzzle um den R600 zusammen, was auch drei Wochen vor dem Launch unter die Normalität von neuer Hardware fällt. Aus Unternehmenskreisen ist zu hören, dass die R600 Familie am 19. Mai das Licht der Welt erblickt. Zuvor einigte man sich einigermaßen auf den 14. Mai. Wenigstens ist nunmehr der grobe Zeitraum mit "Mitte Mai" gesetzt. Wir werden weiter von der R600-Front berichten, sobald es Neuigkeiten gibt.


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