AMD Barcelona klaut Intel die Performancekrone

AMDErste, viel versprechende Benchmarks des AMD Barcelona Cores auf Basis des K10 Designs (ehemals K8L) lassen AMD-Fans einmal tief durchatmen. Da AMD sich nunmehr seit Sommer letzten Jahres der Konkurrenz unterordnen muss und sich quasi ausschließlich mit Kampfpreisen über Wasser halten kann, ist der K10 dazu verdammt, zum Heilsbringer in der Not zu avancieren und die Firma zurück in die Lage vor Vorstellung der Intel Core-Microarchitektur zu versetzen. Brachte man dem K10-Design bislang zurecht einige Skepsis entgegen, bescheinigen nun Vorab-Benchmarks der neuen AMD Prozessorgeneration eine vollzügliche Performance, die so nicht zu erwarten war.

AMD K10 Architektur im Überblick

Als Testproband stand ein Quad-Core Prozessor des Typs Barcelona zur Hand, der den ebenfalls vierkernigen Intel Xeon X5355 Prozessor (4x 2.66 GHz) mit einer bis zu 20 Prozent schnelleren Integer-Performance sowie 50 Prozent höheren Fließkomma-Performance deutlich in die Schranken wies. Zur Ermittlung der Performance zog man SPEC CPU2006 zur Rate, das im Februar dieses Jahres von SPEC CPU2000 abgelöst wurde, womit man zuvor den 40 prozentigen Vorsprung des K10 bescheinigte.

Dass AMD ausgerechnet immer ein Programm desselben Publishers zum Messen der Leistungssteigerung heranzieht, hat nicht damit zu tun, dass in anderen Anwendungen der K10 ein schlechteres Bild abgäbe. Vielmehr zeigt der SPEC CPU-Benchmark die nüchterne Rechenleistung in den Feldern Integer- und Fließkomma-Berechnungen. Insofern haben wir keine Bedenken, dass der K10 seinen 20- bzw. 50-prozentigen Vorsprung auch nicht in der Praxis umsetzen kann, wenngleich dazu konkrete Benchmarks noch ausstehen.

AMD Barcelona vs. Intel Xeon

Intel ist seinerseits aber auch gut für den Fall der Fälle aufgestellt und könnte mit höhertaktenden Penryn-Varianten AMD durchaus weiter paroli bieten. Sofern der AMD K10 Prozessor bei gleichem Takt allerdings einen so signifikanten Vorsprung einfährt, wird sich Intel zweimal überlegen, wieder alles auf eine Karte zu setzen und den Penryn möglicherweise mit zwar gestochen scharfen Taktraten an den Start zu stellen, mit denen er dann aber auch wieder ordentlich schluckt und womöglich schlecht zu kühlen ist. Intel kann es sich beileibe nicht erlauben, erneut in das Raster zu verfallen, Heizofen herzustellen, denn das bringen immer noch viele damit in Verbindung, wenn der Name Intel fällt.

AMD könnte also ähnlich wie damals beim Vergleich K8 vs. NetBurst die Rolle des stillen Siegers einnehmen. Denn die Intel Prozessoren auf Basis der NetBurst-Architektur waren nicht zwangsläufig langsamer als die AMD Boliden, vielmehr war es der enorme Aufwand, der betrieben werden musste, damit der Intel Prozessor gleich schnell lief wie ein AMD Prozessor lief. K10 also der Heilsbringer in der Not? Bislang sind die Knochen nur schleierhaft zusammengesetzt, das Fleisch fehlt noch und wird letztendlich den Ton angeben. Die Zeichen stehen gut, ein Vorentscheid ist aber noch nicht gefallen.


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