DDR2 Speicher mit 2.4 VDIMM tödlich

RamIm Zuge der rasanten Verbreitung von DDR2 Speicher griffen namenhafte Speicherhersteller immer wieder gerne zum künstlichen Beschleunigen ihrer Module in die Trickkiste, indem sie schlichtweg die Spannung anhoben und so plötzlich mit einem neuen High-End Produkt um sich warben. Die Spezifikationen von DDR2 sehen eine Betriebsspannung von 1.8 V vor. Rechnet man die Toleranzgrenze von 10 Prozent, die übrigens auch für die CPU-Spannung gilt, hinzu, gelangt man ungefähr bei 2.0 V. Als erste Hersteller Module mit 2.1 V vorstellten, ließ man sie korrekterweise links liegen und schenkten ihnen keiner weiteren Beachtung. Das Maß begann allerdings langsam überzuschwappen, als Module mit 2.2-, 2.3- und schlussendlich gar 2.4 V vorgestellt wurden.

Alarm schlägt nun nVidia, die in einer Untersuchung von Kundenrückmeldungen festgestellt haben, dass die Inbetriebnahme von DDR2 Speicher mit einer dauerhaften Betriebsspannung von 2.4 V zu irreparabelen Schäden führt. Man habe zusammen mit Speicherherstellern ausgiebige Tests durchgeführt, wo als Basis ein nForce 680i SLI Mainboard zum Einsatz gekommen wäre. Die ermittelten Ergebnisse waren dabei anscheinend überdeutlich. Zurück wies man den Vorwurf, das "Phänomen" sei nur auf einem nForce 680i SLI Chipsatz zu beobachten, auch andere Chipsätze habe man getestet und sei zum selben Ergebnis gekommen, konterte nVidia.

Als Übeltäter dürfen sich fast alle Speicherhersteller fühlen. Sowohl Coisair, G.Skill, GEIL als auch OCZ haben in ihren Reihen Speicherriegel, die mit 2.4 V oder gar mehr laufen. Dabei gewähren selbstverständlich auch alle Hersteller Garantie, die man sich laut nVidia auch unbedingt zu Nutze machen sollte. So rät der Chipriese dazu, sofort die Speicherhersteller zu kontaktieren, wenn die Overclockerspeicher nicht mehr funktionieren. Manche Hersteller bieten auf ihre Module gar eine lebenslängliche Garantie und scheinen sich damit allmählich ins eigene Fleisch zu beißen, so viele Kundenbeschwerden soll es geben. Mit DDR3 werden die Karten neu gemischt und man kann nur hoffen, dass die Hersteller dann ihre Lehren gezogen haben und etwas sanfter mit der Spannung umgehen, andernfalls wird man erneut Umsatzeinbüße hinnehmen müssen und zudem ein angekratzes Image.


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