Microsoft gaukelt guten Vista-Start vor

MicrosoftNach eher verhaltenem Verkaufsstart von Windows Vista sind es dann die Macher selbst, die großspurig anpreisen, dass Vista im ersten Verkaufsmonat die Marke von 20 Millionen verkauften Lizenzen geknackt hat und somit (angeblich) deutlich schneller unters Volk gebracht wird als seinerzeit Windows XP, das selbst nach zwei Monaten erst 17 Millionen mal über die Ladentheke huschte. Microsoft sieht sich angesichts dieser Zahlen in seinem von vielen eher mit kritischem Blick betrachtetem Betriebssystem gestärkt. Vorwerfen tun die meisten den Redmonder, dass das neue Betriebssystem für den Kunden keinen wirklichen Nutzen biete, sondern mehr eine Spielerei sei, die zwar gleichwohl unterhaltsam ist, im Endeffekt jedoch für zu teures Geld bezahlt werden muss. Besonders giftig werden die Kritiker beim Thema Direct3D 10, denn den Einsatz der neusten DirectX Schnittstelle koppelt Microsoft unfairerweise an Windows Vista, so dass Spieler mit der Zeit gezwungen werden, auf Vista umzusteigen.

Die einen haben Microsofts veröffentlichte Zahlen zum Verkauf überrascht, die anderen haben sie stutzig gemacht. Einer davon war Microsoft-Watch, die der Sache noch einmal gründlich auf den Grund gingen, denn irgendwie machte sich das Gefühl breit, dass es sich bei diesen Zahlen nicht um bare Münze handeln kann. Ein erstes Streitthema war dann auch schnell gefunden, der Zeitpunkt, den Microsoft auf 30 Tage bzw. einen Monat einschränkt. Alle Kritiker sind sich einig, dass Microsoft schon bedeutend länger als vor einem Monat mit dem Verkauf von Vista begonnen hat; die Annahme aufgrund des erstaunlich hohen Werts liegt nahe, dass Microsoft gar die im November verkauften Lizenzen hinzu addiert hat. Ebenso könnten im letzten Jahr erstandene Vista-Rabatt-Gutscheine, die beim Notebookkauf beilagen, dankbar zur weiteren Erhöhung des Werts "missbraucht" worden sein.

Weiter kann man beanstanden, dass Microsoft schon die an Händler verteilten Lizenzen als "Neukunden" in die Statistik einfließen lässt, obwohl gar nicht sichergestellt ist, dass der Händler die Lizenzen alle schon weiter verkauft hat. Warum auf Microsofts Zahlen so viel Gegenwind kommt, ist allein dadurch zu erklären, dass sich die Kritiker maßlos darüber aufregen, dass Microsoft einen guten Verkauf seines neuen Betriebssystems propagiert, obwohl dies keineswegs den Tatsachen entspricht. Man mogelt sich mit unfairen Methoden durch, so die berechtigte Ansicht der Microsoft-Gegner. Letztendlich kann man zwar keine knallharte Gegenthese auf den Tisch legen, doch sind es eben die vielen Kleinigkeiten, die sich summieren, und den Verdacht erhärten, dass Microsoft mit falschen Fakten um Vista buhlt.


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