R600: Marginal schneller als G80

AMDAuch wenn die CeBIT eine große Geheimniskrämerei um den R600 machte, kann man ja immer noch auf die guten, alten britischen Kollegen zurückgreifen, die oft vorab etwas schlauer sind als der Rest des Globus'. So sind es dann auch heute wieder einmal die Kollegen von VR-Zone, die exklusive Informationen zum R600 in den Händen halten. Angeblich stand ihnen ein R600-Sample, das mit sagenhaften 800 MHz Chiptakt betrieben wurde, zur Seite. Eine GeForce 8800 GTX schnell herausgekramt und fix die Karten durch den neuen 3DMark06 "gezogen". Ergänzen sollte man noch, dass als CPU ein Core 2 Extreme X6800 zum Einsatz kam und mit der Auflösung von 1600x1200 gebencht wurde. Das Ergebnis ist - wenngleich keine hundertprozentige Verlässlichkeit besteht - eher ernüchternd. Während die GeForce 8800 GTX gewöhnliche 9500 3DMarks an den Tag legte, war der R600 XTX mit 9700 3DMarks nur marginal schneller.

Sicherlich sollte man nicht alles in einen Topf werfen und der 3DMark06 ist nur einer unter vielen Benchmarks und schon gar kein Spiel. Dennoch darf man angesichts dieser Werte keine allzu großen Wunder mehr erwarten, sofern die Werte ihre Richtigkeit haben. Schützend kann man für ATi noch beifügen, dass die Treiber wahrscheinlich noch wackelig liefen und sich im Beta-Stadium befanden, aber wo sind die sich viel versprechend anhörenden 800 MHz Chiptakt und vor allen Dingen die enorme Speicherbandbreite, die primär durch das weltweit erste 512-Bit Speicherinterface erzeugt wird?

Die Kollegen von VR-Zone berichten weiter, dass es noch ungewiss ist, ob der R600 letztendlich im 65nm Verfahren, wie wir es auf der CeBIT in Erfahrung bringen konnten, gefertigt wird oder doch nur im 80nm Verfahren. Es werden Stimmen laut, die meinen, dass ATi nicht in so kurzer Zeit auf einen völlig neuen Prozess umgestellt haben könne, weshalb die Zwischenlösung umhergeistert, erst würde es eine 80nm Version des R600 geben und nur wenig später eine Überarbeitete in 65nm. Die Yield-Rate des 65nm Prozesses soll bis Mitte April bei lediglich 20.000 Stück gelegen haben, was deutlich zu wenig wäre, um einen großen Launch des R600 aufzuzäumen.

Um auf die Leistung des Chips zurückzukommen, sollte man nicht außer Acht lassen, dass nVidia bereits fleißig am Nachfolger der 8800 GTX arbeitet, die mittlerweile seit November in den Läden steht. Der bislang als 8800 Ultra bezeichnete Chip wird aller Voraussicht nach im 80nm Prozess gefertigt und somit mehr Spielraum bei den Taktraten haben als noch die 8800 GTX, welche im 90nm Verfahren gefertigt wird. Zudem ist die Einführung von GDDR4 Speicher geplant, womit man noch einmal die Bandbreite nach oben korrigieren könnte. Taktraten von ca. 650/2000 MHz halten wir für absolut realistisch. Und nach jetzigem Stand sollte dies mühelos ausreichen, um dem R600 den Wind aus den Segeln zu nehmen - wir lassen uns aber noch gern eines Besseren belehren. Offen ist hier noch alles.


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