R600: Daten der Mittelklassechips

AMDAuf der diesjährigen CeBIT in Hannover konnten wir erstmals technische Spezifikationen der Mittelklasse-Varianten von AMDs großartig angepriesenen R600 Grafikchips namens RV610 und RV630 in Erfahrung bringen. Gerüchte dazu gab es ja bereits Anfang Januar dieses Jahres. Die beiden Varianten werden natürlich ebenso wie das Flaggschiff, das höchstwahrscheinlich auf den Namen X2800 XTX hören wird, volle Unterstützung von Microsofts Direct3D 10-Grafikschnittstelle sowie dem Shader Model 4.0 bieten. Die beiden Fotos des RV610/RV630 stammen von den Kollegen von PC Games Hardware.

AMD RV610

Der RV610 wird nach derzeitigem Kenntnisstand in fünf verschiedenen Varianten erscheinen, die auf die Codenamen RV610 LE und RV610 Pro hören. Das sind doch nur zwei, darf man mit Recht und Fug behaupten. Beide Versionen gibt es noch in einer Low-profile- sowie den RV610 LE auch noch in einer übertakteten Variante, also einer Version mit kürzerem PCB. Der RV610 LE verfügt über einen 400 MHz schnellen 128 bis 256 MiB großen Speicher und soll maximal 25 Watt verbrauchen. Über GPU-Takt sowie Speicherart ist noch nichts bekannt. Da der R600-Chip aber bekanntlich großzügig getaktet werden kann, gehen wir von einem mindestens 450 MHz schnellen Chiptakt aus. Ob die angegebenen 400 MHz nun effektiv oder nur nominell sind, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Früheren Gerüchten einer X2300 LE, wie der (noch) inoffzielle Name der Karte lautet, bestätigen jedoch die Vermutung, dass es sich nicht um den effektiven Wert handelt, weshalb man die Anzahl der MHz noch doppelt nehmen muss und der Speichertakt somit 800 MHz betragen würde.

Der RV610 verfügt in der Standardvariante über eine passive Kühlung, soll jedoch auch mit einem 700 MHz schnellen Speicher inklusive aktivem Kühlkörper seinen Weg in den Handel finden. Die normale Version sowie die Low-profile-Variante sollen beide weniger als 25 Watt verbrauchen, die Version mit aktiver Kühlung (und voller PCB-Größe) soll genau 25 Watt an Leistung verschlingen. Auch vom RV610 Pro gibt es mehrere Versionen - zwei um genau zu sein. Die erste Variante entspricht kurioserweise genau dem RV610 LE Low-profile-Derivat mit 700 MHz schnellem 256 MiB Speicher. Das Flaggschiff des RV610 ist hingegen die Pro-Variante mit Support für Hardware-CrossFire. Die restlichen RV610-Modelle verfügen jedenfalls einzig über Software-CrossFire Unterstützung. Über die Kühlung dieses Modells ist noch nichts bekannt, dafür jedoch der ungefähre Stromverbrauch: Satte 35 Watt soll der RV610 Pro Codename "Falcon" verbraten. AMDs ViVo-Technologie wird übrigens nicht von den Low-profile Versionen des RV610 unterstützt.

AMD RV630

Über den RV630 sind zwar noch keine Taktraten bekannt, jedoch dafür mehr Infos zu Speicherart und PCIe-Interface. Vom RV630 gibt es drei Varianten, die auf die Codenamen Kohinoor, Orloff und Sefadu hören. Das Flaggschiff Kohinoor ist für die kommende PCIe 2.0-Schnittstelle ausgelegt und wird dies wohl auch bitter nötig haben (Stichwort: Stromverbrauch). Es verfügt nämlich über 256 bis 512 MiB an schnellem GDDR4-Speicher, der durch das schwache 128 Bit breite Speicherinterface deutlich ausgebremst wird. Als einziges RV630-Modell verfügt Kohinoor über ViVo-Features sowie Support von nativem CrossFire (wie es bei X1650 XT und X1950 Pro auch der Fall ist); es wird jedoch keine Variante mit HDMI-Port geben. Die Stromversorgung für das 121 (256 MiB) bzw. 128 Watt (512 MiB) verbratende Mittelklassenmodell erfolgt extern. Orloff setzt ebenso auf PCIe 2.0, besitzt jedoch nur Speicher der Art GDDR3.

Einzige Unterschiede zu Kohinoor: Es wird auch Varianten mit HDMI-Ausgangsport geben und ViVo wird nicht unterstützt. Im Stromverbrauch ist Orloff mit maximal 93 Watt etwas genügsamer als Kohinoor. Aller guten Dinge sind drei hat sich wohl auch AMD gedacht und führt ein weiteres RV630-Modell ein - das einzige für die erste Generation von PCIe. Sefadu kommt mit 256 bis 512 MiB DDR2-Speicher daher. Wie Orloff haben auch Board-Partner die Möglichkeit HDMI-Varianten auf den Markt zu bringen. Den maximal 75 Watt starken Stromverbrauch soll der PCIe-Slot übernehmen, weswegen ein externes Stromkabel entfällt. Stichwort entfallen: ViVo und natives CrossFire bleibt Besitzern der Sefadu-Variante ebenfalls verwährt. Es wird übrigens keine Low-profile Varianten des RV630 geben.

MSI RV610 mit HDMI Port

Abschließend ist noch zu sagen, dass alle RV610/RV630-Varianten nur ein Slotblech belegen und Dual-Link DVI unterstützen. Obwohl der R600 der CeBIT kurzfristig den Rücken kehrte, sind auf den Ständen der CeBIT wie bei MSI RV610-Varianten zu sehen. Über eine AGP-Variante der R600 Mittelklasse-Karten ist indes nichts bekannt. Die Aussage eines AMD-Mitarbeiters, dass eine AGP-Variante des R600 Flaggschiffs zu realisieren wäre, lässt jedoch Grund zum Hoffen.


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