R600 kehrt CeBIT den Rücken

AMDEntgegen unserer Meldung ATi-Partner HIS würde hinter verschlossenen Türen Fachjournalisten einen ersten Einblick vom R600-Chip gewähren, heißt es nun, die AMD Führungsebene hätte sich kurzerhand umentschlossen und wolle vorerst den Schleier über den R600 wahren. Die angesammelte Presse, die mit Vorfreude zum HIS-Stand gekommen war, musste dies bedauerlich zur Kenntnis nehmen. Dass dabei erneut Ärgernis über den R600 Grafikchip, der schon unzählige Male leere Versprechungen hielt, laut wurde, war geradezu verständlich. Glücklicherweise ließ man dann die angehäufte Gruppe nicht ganz im Regen stehen und versorgte sie mit Exklusivmaterial, das wir nun gerne vortragen wollen.

Die Infos stammen von offizieller Seite vom gestrig abgehaltenen HIS-Pressedinner und verraten, dass AMD binnen 16 Tage einen Techday zum R600 halten wird, also quasi die meisten Geheimnisse lüftet. Dieser erfreulichen Botschaft folgte gleich die nächste, denn war bisweilen nur als Launchtermin das zweite Quartal in der Schwebe, konkretisierte man gestern Abend den Termin auf "nächsten sechs Wochen". Dass der R600 Anfang Mai also endlich das Licht der Welt erblickt, scheint relativ sicher.

Erstmals gab das kalifornische Unternehmen unterdessen zu, während der Entwicklung zahlreiche unerwartete Hürden nehmen zu müssen. So soll vorrangig das 512-Bit breite Speicherinterface die Entwicklung merklich verzögert haben. Schwierigkeiten mit Leckströmen im 80nm Verfahren gaben der wohl sonst gut verlaufenden Entwicklung dann den großen Knick. Um sich nicht weiter bei der Entwicklung zu verheddern, zäumt man die Sache von hinten auf und macht aus dem Problem eine Chance, indem man direkt den fortschrittlichen 65nm Prozess einsetzt. So kann man nicht nur Strom einsparen, sondern den R600 Chip auch von Beginn an mit hohen Taktraten befeuern.

Befeuern ist dabei ein gutes Stichwort, denn auf der CeBIT war missmutige Stimmung zu vernehmen. Die Partner, allen voran HIS, sind verärgert über das stetige Verschieben des R600 Grafikchips und sehen sich in einer schlechten Situation. Genau genommen steht man nämlich seit Weihnachten ohne Konkurrenz dar und kann nur über Preise die kleineren Märkte bedienen. Es wird also höchste Zeit, dass AMD Butter bei den Fischen macht und den Chip gottverdammt endlich launcht. Bis dahin werden die ATi-Partner noch die ein oder andere unruhige Nacht haben.


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