Pentium kehrt in Notebooks zurück

IntelKaum zu glauben, aber wahr: Intel schafft im Namenschaos ihrer Prozessoren nicht Klarheit, sondern verwinkelt das Labyrinth der vielen Pentium-, Core-, Core 2- und Celeron-Modelle nun auch noch mit dem neuesten Notebookderivat namens Pentium Dual-Core.

Bei dem Pentium Dual-Core handelt es sich, wie der Name schon verrät, um einen Doppelkernprozessor für aktuelle Notebooks, der weder auf der Netburst-Architektur (Pentium 4/D/EE), noch auf dem Core-Grundgerüst (Pentium E2100, Core 2 Duo/Quad, Celeron 400) basiert. Das Design für den neuen Pentium Dual-Core liefert der Banias-Kern des in Israel entwickelten Pentium M, ebenfalls einem ehemaligen Notebookprozessor. Obwohl Intel mit dem kommenden Bearlake-Chipsatz die Pentium-CPUs ausrangieren wollte, hält sich die Marke und die auf der Netburst-Architektur basierenden Prozessoren überraschend gut.

Der Pentium Dual-Core ist bislang noch von Intel unbestätigt, findet sich jedoch in den Notebooks bekannter Hersteller wie LG oder HP in Form des Modells T2060 wieder. Dieser taktet mit 1.6 GHz pro Kern, wird im fortschrittlichen 65nm-Fertigungsprozess hergestellt und verfügt über insgesamt 1 MiB L2-Cache. Der FSB ist mit 533 MHz getaktet; der Prozessor basiert ursprünglich auf dem Yonah-Kern, welcher in den Core Duo- und Core Solo-CPUs seine Arbeit verrichtet. Damit gleichen die technischen Daten des Pentium Dual-Core T2060 frappierend denen des Pentium M ("Banias") und dem Celeron M, nur eben mit einem zweiten Kern an Bord. Im Gegensatz zu den Core Duo-Verwandten verfügt der Pentium Dual-Core über keine Unterstützung für Intels 64 Bit-Technologie EM64T und der Virtualisierungstechnologie Vanderpool Technology (VT).

Pentium Dual-Core Logo

Verwirrend ist zudem, dass Intel vor etwa acht Monaten den Core Duo T2050 mit ebenfalls 1.6 GHz Taktfrequenz, 533 MHz schnellem FSB, jedoch mit 2 MiB L2-Cache auf Basis des Yonah-Kerns veröffentlichte. Von der Leistung her dürfte der Pentium Dual-Core T2060 zwischen den aktuellen Core (2) Duo-Modellen und dem Celeron M liegen; bei Single-Threaded-Anwendungen dürfte höher getakteten Celeron M-Varianten die Performancekrone gehören.

Weder auf der Website der Notebooksparte von Intel, noch auf der ausführlichen Prozessorliste des Herstellers ist der Pentium Dual-Core zu finden. Nicht einmal der "Processor Finder" weiß von Intels neuem Low-Cost Prozessor zum Einstieg in die Dual-Core Welt. Einzig die Kollegen von c't und Notebookcheck berichten von dem Pentium Dual-Core. Das Mysterium Pentium wird also weiterhin unser ständiger Begleiter im Prozessorgeschäft bleiben; ob wir wollen oder nicht.


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