K8L und das Spiel mit dem Stromverbrauch

AMDObwohl AMD an einer Veröffentlichung im zweiten Quartal dieses Jahres festhält, geben die Kalifornier entgegen bisherigem Verhalten immer mehr Informationen über die neue Architektur preis, die mit dem Barcelona-Chip (Server-Sektor) debütieren soll. Der angegebene 40-prozentige Vorsprung gegenüber einem Clovertown sorgte für viel Furore und holte auch endlich die letzten aus dem Schlaf. Nun sind erneut von offizieller Seite Informationen herangetragen worden, die dabei aber weniger auf die Performance des Chips eingehen als auf den Stromverbrauch, der bei AMD weiterhin eine tragende Rolle einnehmen soll.

Bisherige Meldungen, der K8L könne die unterschiedlichen Cores mit unterschiedlichen Taktraten ansteuern, ließen den Leser aufhorchen. Jetzt wird AMD konkreter und gibt bekannt, dass sowohl die Kerne als auch der Speichercontroller über getrennte Stromversorgungen verfügen. Damit hält man die Karten auf seiner Hand und kann die entsprechenden Teilbereiche unabhängig voneinander regulieren. So wäre es beispielsweise möglich, dass der Speichercontroller mit voller Geschwindigkeit läuft, währenddessen die Rechenkerne im tiefsten Schlafmodus schlummern. Eine ideale Balance zwischen Leistung und Verlustleistung entstände, mit der man der Konkurrenz einen großen Schritt voraus wäre, welche zwar mit dem Core 2 Duo ebenfalls Teile bei Nichtbedarf ruhen lässt, allerdings nicht so exzessiv wie AMD beim K8L-Chip.

Einmal mehr wird die Annahme bestätigt, dass sich die einzelnen Kerne mit unterschiedlichen Taktraten regeln lassen, was insbesondere bei vier oder gar noch mehr Kernen Sinn ergibt. Im Alltagsbetrieb dürfte es äußerst selten vorkommen, dass alle vier Kerne gleichzeitig beanspruchten werden, so dass das quasi vollständige Abschalten einzelner Cores überaus sinnvoll erscheint. Bezüglich der Spannungsversorgung zeigt sich AMDs K8L-Chip "verbesserungswürdig", denn die Vcore muss bei allen Cores auf ein und demselben Level liegen. Ob man mit verbesserten Revesionen womöglich auch diese "Schwachstelle" stopft, bleibt bisweilen ungeklärt. Keineswegs wollen wir jedoch die Entwicklung des K8L-Chips schmälern, auf den ersten Blick scheint es, als habe AMD seine Hausaufgaben gemacht und wäre bereit, in die nächste Schlacht mit Intel zu ziehen.

Passende Zahlen, wie viel Stromhunger ein Quad-Core Opteron aufweist, hatte AMD ebenfalls schon zur Hand und konnte dabei die Anwesenden einvernehmlich positiv überraschen. So wird es Varianten mit sagenhaften 68 Watt (HE) geben - wohlgemerkt Quad-Core - sowie "normale" Ausführungen mit 95 Watt und last but not least die High-End Ausführungen mit 120 Watt. Zudem ließ es AMD sich nehmen, einmal mehr die Vorzüge der neuen Architektur anzupreisen, denn Stromverbrauch schön und gut, die resultierende Performance gibt letztendlich aber den entscheidenden Ton an. Und hierbei sieht man sich dank shared L3-Cache mit einer Größe von 2 MB, HyperTransport 3.0 sowie 128-Bit breite FPUs bestens aufgestellt. Nicht zu vergessen, die angeblich deutlich bessere Sprungvorhersage sowie etliche weitere kleine Verbesserungen, die am Ende ein gutes Gesamtpaket schnüren sollen.


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