AMD gibt erste Infos zur 45nm-Fertigung preis

AMDIm Rampenlicht von Intel steht schon weit vor Beginn des Jahres das Thema 45nm. Meldungen über erste lauffähige Chips und erfolgreiches Umstellen auf den neuen Prozess, der laut Intel die größte Revolution der letzten Jahre dank High-k-Metal-Gate Technologie darstellt, haben ihn in den letzten Wochen und Monaten auf einer Ebene der Euphorie durch die Medien schlittern lassen. AMD sah dabei bislang recht bescheiden aus; als Zuschauer des Ganzen guckte man beknickt zu, wie Intel das neuartige Fertigungsverfahren anpreiste. "Schluss damit! Wir wollen auch dort oben mitmischen!", so oder so ähnlich muss sich die AMD-Interna entschlossen haben, denn völlig überraschend ließ man nun erste Details zu seinen eigenen 45nm Produkten durchblicken.

Gemäß der bisherigen Vorgehensweise wird auch die erste 45nm CPU als Servervariante erscheinen. "Shanghai" soll dabei das neue Schlachtschiff heißen und sich dabei mehr vom "Barcelona", der kommenden AMD Quad-Core CPU auf Basis der K8L-Architektur, unterscheiden, als bisher gemutmaßt. Wirft man einen Blick in die Vergangenheit, stellt man unweigerlich fest, dass AMD der Hersteller ist, der die Die-Shrinks immer sachte, fast schon wortlos, über die Bühne brachte. Nun möchte man es also richtig krachen lassen und neben der "einfachen" Umstellung auf eine neue Fertigung auch einen generalüberholten K8L-Chip ins Feld schicken. Der offensichtlichste Vorteil des Shanghais gegenüber dem Barcelona soll dabei der größere L3-Cache sein, der beim Barcelona noch insgesamt 2 MiB beträgt und mit dem Shanghai auf satte 6 MiB aufgestockt werden soll.

Unbekannt ist noch, ob beim 45nm Verfahren bereits die mit IBM entwickelte High-k-Metall-Gate Technik eingesetzt wird; möglicherweise ist diese auch erst mit Einführung des 32nm Verfahrens zu erwarten. Unterdessen hat man den Launchtermin ein klein wenig vorgezogen und spricht nun vom zweiten Quartal 2008. Trotz aller Bemühungen den Chip doch schon ein paar Monate früher zu bringen als bisweilen gedacht, hinkt man Konkurrent Intel fast neun Monate hinter her. Doch mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, wie es heißt und die Differenz zu Intel schmilzt ja mit jedem neuen Fertigungsprozess. Optimistisch darf man also in die Zukunft blicken und hoffen, dass uns AMD nicht wieder jahrelang mit aufgewärmten Brötchen bedienen möchte, denn eine richtige Revolution liegt bei AMD schon einige Tage zurück. Leicht erhöhte Taktraten und die eben vollzogene Umstellung auf den 65nm-Prozess lassen AMD zwar weiter schwimmen, aber gewinnen kann man so nicht.


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