Intel NetBurst-Architektur hält sich weiterhin

IntelUrsprünglich freudete sich Intel mit der Idee an, den unnötigen Ballast in Form der NetBurst-Architektur möglichst schnell von sich zu werfen, sobald die Core-Microarchitektur flächendeckend am Markt sei. Die Core 2 Servergeneration wurde schon einen Monat vor der Desktopausführung vorgestellt und ist somit schon über ein halbes Jahr am Markt platziert. Die Mobile-Generation ließ auch nicht allzu lange auf sich warten und folgte bereits im September. Der einzige Sektor, den Core 2 noch nicht eingeholt hat, ist der nicht zu unterschätzende Low-Cost Desktopsektor. Hier werden immer noch die altbekannten Intel Prozessoren auf NetBurst-Basis verkauft und freuen sich weiterhin großer Beliebtheit.

Mit dem heutigen Tag hat Intel seine Einsteigerprodukte um ein weiteres, hochtaktendes Modell erweitert, den Celeron D 365, der seinerseits 3.6 GHz auf der Habenseite hat. Er stellt aller Wahrscheinlichkeit nach die letzte Ausbaustufe der "alten" NetBurst-Architektur dar, denn am Pentium 4 pfeilt Intel schon lange nicht mehr. Selbstverständlich wird er wie seine baugleichen Brüder in 65nm gefertigt und verfügt weiterhin über den kastrierten FSB von nur 533 MHz. Beim L2-Cache kommen die gewohnten 512 KiB zum Einsatz; Features wie EMT64 oder Execute Disable Bit schlummern ebenfalls im ca. 80 Euro teuren Prozessor.

Aber nicht nur die Vorstellung des Celeron D 365 rückte die alteingesessene NetBurst-Architektur zurück ins Rampenlicht. Für viel Aufsehen sorgte auch die neugesetzte Rekordmarke in der Rubrik "höchste Taktfrequenz". Einem italienischen Übertaktungsgrüppchen gelang es, den Pentium 4 631 auf eine phänomenale Taktrate von 8 GHz zu treiben. Dabei diente als Mainboard das viel verbreitete Asus P5B, das allerdings einige Modifikationen über sich ergehen lassen musste, ebenso wie die Kühlung, welche aus flüssigem Stickstoff bestand und den Rechner auf -192°c herunterkühlte. Intels damals belächleltes Ziel, mit NetBurst Taktraten von 5- bis 10 GHz zu fahren, war also kein bloßer Humbug, wenngleich sich wohl kein Mensch dazu durchringen hätte können, seinen alltäglichen PC mit flüssigem Stickstoff auf Temperatur zu halten. Gott sei Dank hat Intel die Zeichen der Zeit noch rechtzeitig erkannt und mit Core 2 einen mehr als würdigen Nachfolger aufs Parkett geschickt.


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