AMD stellt Fusionsprojekt nach hinten an

AMDAls das in Sunnyvale ansässige Unternehmen im Sommer letzten Jahres strahlend verkündete, dass die Übernahme mit ATi unter Dach und Fach sei, spinnten sich erste Gedanken über die gemeinsame Zukunft, in der das so genannte Fusionsprojekt ein weiter Streif am Horizont war. Erste Früchte des Bündnis`möchte AMD bekanntlich schon im kommenden Jahr einfahren; 2008 solle dann aber mit dem Fusionsprojekt der Durchbruch gelingen, so AMD damals. Heute sieht man das Ganze wohl etwas realistischer und ließ auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas verlautbaren, dass das Fusionsprojekt vorerst auf Ende 2009 verschoben worden sei. Mir nichts, Dir nichts hat der mittlerweile zweitgrößte Halbleiterhersteller also den Launch des großen gemeinsamen Projekts um "läppische" 1,5 Jahre nach hinten verschoben.

Um noch einmal aufzugreifen, was es mit dem Projekt konkret auf sich hat. AMD schwebt vor, in den kommenden Jahren (Ende 2009) eine Prozessorreihe mit integrierter Grafik vorzustellen. Dabei soll die Grafikeinheit kein Kraftpaket werden, sondern vorrangig zur "normalen" Darstellung dienen. Phil Hester bestätigte den lange gehegten Gedanken, das diese Plattform primär dem Notebooksektor vorbehalten sein wird. Hier, so Hester, spiele Platz- und Energiebedarf eine entscheidene Rolle. Die damalige Idee des Projekts war es, den Platzhirsch Intel beim Hute zu zucken. Dieser verankert schließlich die Grafikeinheit auf der Platine und nicht direkt im Prozessor. Das All-in-One Paket fehlt somit quasi und genau hiermit wollte AMD punkten.

Doch auch Intel, wohl angesteckt von AMDs Idee, ist an einer solchen Lösung interessiert und dürfte nun aufatmen, dass AMD sein Projekt vorerst nach hinten verschoben hat. Das Unternehmen mit Sitz in Santa Clara ging für die Umsetzung eines solchen Projekts auf große Einkaufstour, in der man sich hochkarätige Grafikspezialsten an Land zog. Intel hat zwar noch kein offizielles Launchdatum genannt, allerdings kann man davon ausgehen, dass die Entwicklung reibungslos abläuft (wie bei Intel momentan irgendwie alles). Nach dem Umschwenken auf die Multi-Core Welt, die AMD anfangs klar für sich entschied, ist nun also die integrierte Lösung aus Prozessor und Grafikkarte am Zuge. Beide Hersteller werden sich ins Zeug legen, um in der neuen "Schlacht" die Nasenlänge voraus zu sein.


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