Sockel AM2+: Besseres Energiemanagement

AMDDas Thema "Energie sparen" ist in aller Munde und hat sich die letzten Jahren bis zum Hardwaresektor durchgemausert. Seit Einführung des AMD Athlon 64 - der Hammer-Architektur - wuchs das Interesse nach reduzierter Leistung; wohl auch minder durch das im Nachhinein gesehen sehr beliebte Cool`n`Quiet Feature. Das besagte Cool`n`Quiet Feature, das die CPU im Leerlauf automatisch heruntertaktet, hat sich bis in den aktuellen AMD64 Prozessoren gehalten. Konkurrent Intel schlug mit Einführung des überarbeiten Pentium 4 (Pentium 4 600er Serie) ebenfalls den Weg zum Energie sparen ein, wenngleich der richtige Durchbruch erst mit der im letzten Sommer vorgestellten Core-Microarchitektur gelang. Seither ist Intel wieder auf Augenhöhe mit AMD - und dass nicht nur bei der Verlustleistung -, so dass der einstige Sparkrösus nun wieder einmal einen Clou landen muss, denn bekanntlich hält das Ausruhen an erwirtschafteten Lorbeeren nicht lange an.

AMD ist in Zugzwang und hat mit der 65nm Fertigung erst jüngst Schritte eingeschlagen, um am Konkurrenten festhalten zu können. Den richtigen Konterangriff möchte das in Sunnyvale beheimatete Unternehmen aber erst im dritten Quartal fahren, wenn man nämlich seine jahrelang entwickelte K8L-Architektur enthüllt. Bei der Entwicklung der K8L-Architektur stand nach eigenen Angaben wieder primär Performance/Watt im Mittelpunkt. Besonders durch verbesserten Stromverbrauch möchte man seinen in den letzten Jahren erworbenen Ruf beibehalten. Ein neues Energiesparmanagement, das schon in vergangenen Tagen teils angeschnitten wurde, ward dafür geboren. Es soll neben einem verbesserten Cool`n`Quiet auch die Technologie namens "C1E" einführen, die ein selbstständiges Heruntertakten der CPU ohne jegliche Software(einstellung) ermöglicht. Angeblich wird zudem eine 3-Stufenreglung eingeführt, die sich immer optimal an den Gegebenheiten anpasst. AMD berichtet stolz, dass durch Hinzuschalten der beiden besagten Features der Stromverbrauch im Idle um sagenhafte 18 Prozent reduziert werden kann.

Auch Besitzer einer aktuellen AMD-CPU dürften möglicherweise schon in den Genuss von C1E kommen, wobei ein Sockel AM2+ unterstützendes Mainboard, welches bekanntlich abwärtskompatibel sein wird, Voraussetzung ist. Momentan ist der Halbleiterhersteller damit beschäftigt, aktuelle Chipsätze und Bios-Versionen für C1E zu validieren. Man mutmaßt, dass die AMD/ATi Chipsätze SB450 sowie SB600 bereits mit dem neuen Stromsparfeature umgehen können. Des Weiteren können sich die künftigen Prozessoren der K8L-Reihe - mittlerweile offiziell als Stars-Famile betitelt - mit einer quasi mehrfach angelegten Stromversorgung rühmen, die es der CPU dann erlaubt einzele Sektoren mit unterschiedlichen Spannungen zu betreiben - ein klares Novum! So sollen unter anderem auch die einzelnen Cores der CPU mit unterschiedlicher Spannung und Taktfrequenz ansteuerbar sein, so dass die Effizienz noch einmal steigen dürfte. Zudem preist AMD bei seiner Stars-Famile die digitalen Temperatursensoren an, von denen es mehrere im Inneren geben soll. Sollten sie Schwellwerte überschreiten, schaltet sich automatisch die im Sockel AM2 integrierte Hardware Thermal Control ein, um den Takt abzusenken.

In der Theorie hören sich diese Dinge schon einmal sehr interessant an; wir sind gespannt, ob die Praxis ähnlich verfahren wird. Dass der K8L Quad-Core eine TDP von 125 Watt aufweisen wird, sind keine wirklichen Alibis dafür, dass der K8L das viel zitierte Sparwunder wird, denn Intel sieht beim Quad-Core Prozessor Penryn - wohlgemerkt in 45nm gefertigt - eine TDP von 95 Watt vor, womit AMD zwar nicht unbedingt schlecht gegen Intel dastände, sich aber auch nicht den erwünschten Vorsprung herausfahren könnte. Letztendlich darf man davon ausgehen, dass AMD mit seiner Stars-Familie "lediglich" auf Intel aufschließt. Dass man Intel mit 20 Prozent Vorsprung demontiert, gilt als unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen. Schon lange vor Einführung der Core-Microarchitektur gab es erste Benchmarks, die teilweise sogar von Intel selbst beigesteuert wurden. AMD verhält sich - wie immer - sehr ruhig und ließ bislang nicht allzu viel über die kommende Architektur durchblicken. Man darf gespannt sein, was letzten Endes bei heraus kommt.


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