CeBIT fehlen wichtige Aussteller

MessenJedes Jahr dasselbe Prozedere: Die CeBIT klagt zunehmendst über den Abgang prominenter Aussteller. Nachdem schon BenQ im September der in Hannover stattfindenden Messe den Rücken gekehrt hatte, folgten nur wenige Monate später Unternehmen wie LG, Motorola oder auch Nokia. Auch die Vergangenheit, mag nichts Gutes heißen. Im letzten Jahr verabschiedete sich sowohl Philipps als auch Sony von der nunmehr weltgrößten Computermesse. Dass sich die so genannten Global Player seit Jahren immer mehr von der Messe distanzieren, führen die Verantworlichen darauf zurück, dass die Messe nicht mehr als "Profimesse" gehandelt wird. Zudem ist mit der IFA, die sogar nun im alljährlichen Rythmus stattfindet, ein unerwarteter Konkurrent erwacht. Obligatorisch hierfür: BenQ kündigte im September an, der CeBIT fernzubleiben, wohl sich aber auf der IFA in Berlin niederzulassen. Mittlerweile spielt auch diese Messe für das kriselnde Unternehmen keine Rolle mehr, jedoch zeigt es symbolisch die Knackpunkte der CeBIT.

Nach vielen Jahren des Jammerns wollen die Verantwortlichen nun zur Tat schreiten und die CeBIT umstrukturieren, so dass sie wieder den Ruf als "Profimesse" erhält. Eigenen Angaben zufolge, sind 15 Prozent der Netto-Ausstellungsfläche verschwunden und mit einer ähnlichen Quote an Einnahme- und Besucherverlusten wird für das kommende Jahr gerechnet. Um diesem Übel vorzubeugen, möchte man 2008 alles besser machen und die CeBIT quasi einem Relaunch unterziehen. Vorrangig soll die Effektivität wieder erhöht werden, so dass auch für namenhafte Hersteller ein Stand wieder profitabel erscheinen soll, wenngleich man hierzu öffentlich noch keine konkreten Lösungsansätze parat halten konnte. Des Weiteren soll die Messedauer auf sechs Tage reduziert werden und nunmehr von Montag bis Samstag stattfinden. Warum man gerade den sehr besucherfreudigen Sonntag streicht, ist unklar bzw. gibt die Financial Times Deutschland hierzu keine nähere Auskunft.

Ob die bislang eher schwammig klingenden Ansätze, bald in bare Münze umgewandelt werden können, bleibt abzuwarten. Jedenfalls tut sich was und man reagiert erst malig, nachdem man die Jahre zuvor immer nur agierte. Ein Messesprecher wird mit den Worten "Wir stehen derzeit in einem intensiven Dialog mit unseren Ausstellern." zitiert. Wollen wir hoffen, dass die Gespräche letztendlich erfolgreich verlaufen und wir nicht abermals ein Debakel, wie auf der E3 gesehen, erleben. Wer sich am Ende dieser News die Frage stellt, warum rückläufige Besucherzahlen so schwarz von der Führungsspitze gesehen werden, wo doch auf der CeBIT oft Rangeleien aufgrund von zu hohen Besuchermassen entstehen, dem sei gesagt, dass das Kriterium Komfort auf einer Messe schon lange nicht mehr an oberster Stelle steht. Masse statt Klasse oder noch besser: Messe statt Klasse, heißt die Devise der Zeit.


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