AMD stellt seine 65nm CPUs vor

AMDMit dem heutigen Tag hat AMD dem monatelangem Warten ein Ende gesetzt und offiziell seine neuen Prozessoren auf Basis des fortschrittlichen 65nm Verfahrens vorgestellt. Anders als beim letzten Mal, führt man das neue Fertigungsverfahren durchaus prunkvoll ein und kehrt es nicht unter dem Tisch, wie seiner Zeit bei der Umstellung auf den 90nm Prozess gesehen. Keck scheut man auch gleich nicht mehr den Vergleich zur Konkurrenz und zeigt in Präsentationsfolien, dass ein Athlon 64 X2 auf Basis des 65nm Fertigungsverfahrens gleich 47,6% sparsamer zu Werke geht. Bezogen hat sich das kalifornische Unternehmen dabei auf dem zustande kommenden Stromverbrauch im Idle. Wie AMD zu diesem Ergebnis gekommen ist, bleibt unklar und die Aussagekraft dessen höchst fragwürdig. Absprechen wollen wir dem Unternehmen aber sicherlich nicht, dass man mit der Umstellung auf die 65nm Technologie einiges an Reserven herausholen konnte.

. Taktfrequenz L2-Cache TDP Verfahren Preis
X2 5000+ 2x 2.60 GHz 2x 512 KB 65 Watt 65nm 301 US-Dollar
X2 4800+ 2x 2.50 GHz 2x 512 KB 65 Watt 65nm 271 US-Dollar
X2 4400+ 2x 2.30 GHz 2x 512 KB 65 Watt 65nm 214 US-Dollar
X2 4000+ 2x 2.10 GHz 2x 512 KB 65 Watt 65nm 169 US-Dollar


Die TDP der Prozessoren senkt AMD von aktuell 89 Watt auf 65 Watt. Mit insgesamt vier neuen Prozessoren möchte man Intel zum Tanze bitten und sie herausfordern. Athlon 64 X2 4000+ (2.1 GHz), 4400+ (2.3 GHz), 4800+ (2.5 GHz) und 5000+ (2.6 GHz) heißen die Prozessoren und kommen mit im ersten Moment äußerst merkwürdig erscheinenden Taktraten daher. Dies ist - wie in einer vorangegangenen News bereits angesprochen - auf die feinere Abstufung des Multiplikators zurückzuführen, welcher nun in 0,5x Schritten anstatt 1x Schritten zur Tat schreitet. Beim zweiten Blick, wird man unweigerlich feststellen, dass die Taktraten auf demselben Niveau liegen, wie schon bei der aktuellen 90nm Technologie gesehen. Eigentlich nicht ungewöhnlich, dass man anfangs zaghaft an der Taktschraube dreht; in Anbetracht der momentanan Situation, in der sich AMD befindet, hätte der ein oder andere aber sicherlich mehr erwartet. Ob AMD in kommenden Wochen und Monaten noch einmal eine Schüppe drauflegt, bleibt abzuwarten. Generell sollte man jedoch klarstellen, dass die CPUs wahrscheinlich erst im Januar im Retail-Markt sind. Zuvor werden sie wohl ausschließlich über die OEM-Kunden käuflich erwerbbar sein.

Nach ersten Vergleichbenchmarks sucht man noch vergebens, wobei zahlreiche Seiten schon beim Hersteller um ein Sample gebeten haben, so dass in baldiger Zukunft mit ersten Artikeln gerechnet werden darf. Alles in allem spart AMD durch die Umstellung nicht nur wertvolle Produktionskosten, sondern ist auch wieder konkurrenzfähiger geworden. Speziell beim Stromverbrauch dürfte man in etwa wieder gleichauf liegen, wobei dies erste Benchmarks erst einmal belegen müssen. Was die Performance angeht, hängt die kalifornische Firma zwar noch ein gutes Stück zurück, aber wenn die Ausbeute der neuen Chips wirklich gut sein sollte, dürfte AMD seine Taktraten schnell nach oben korrigieren. Des Weiteren sollte man den K8L nicht vergessen, den AMD erst jüngst vorführte. Hoffen wir für AMD einmal, dass der K8L ein wirklich lupenreines Stück Silizium wird, das zur Konkurrenz Intel aufschließen lässt.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

0 Kommentare