Nehalem holt HyperThreading zurück

IntelWir schrieben das Jahr 2002, als Intel eine Technik präsentierte, die womöglich für manchen das Pendel eher zum Intel haben ausschlagen lassen. HyperThreading, oder auch kurz HT genannt, gaukelte dem Betriebssystem vor, dass zwei echte Pentium 4 Einheiten unter dem Chassis stecken. Dadurch dass also zwei virtuelle Kerne an Bord waren, bekam man oftmals ein Dual-Core Feeling vermittelt und so reagierte ein Pentium 4 gepowertes System spürbar besser als ein Athlon XP- oder 64 System der Konkurrenz. Mit Einführung von Dual-Core CPUs verpuffte der Nutzen von HyperThreading ein wenig und Hersteller Intel setzte diese "geniale" Technik ausschließlich in seinen Extreme Editionen weiter ein.

Als Intel im Sommer dieses Jahres seine bahnbrechende Core-Microarchitektur vorstellte, war plötzlich kein Platz mehr für HyperThreading. Und man schrie auch nicht mehr nach dem Feature, wohl überwältigt von der Leistung der Core-Microarchitektur. Auf Anfrage teilte Intel mit, dass HyperThreading bei der Core-Microarchitektur aussortiert wurde, da die Pipeline im Vergleich zur NetBurst-Architektur um ein gutes Stück kürzer sei. So endete also die Geschichte von HyperThreading recht abrupt. Allem Anschein nach wird aber mit der nächsten Intel CPU-Generation, der für 2008 geplanten Nehalem-Architektur, HyperThreading wieder zurück aufs Parkett kommen.

Ein Schelm wer hierbei Böses denkt, aber die Architektur wird von demselben Team entwickelt, das einst die Geburtsstunde der NetBurst-Architektur hinlegte und somit Initalzünder der HyperThreading Technologie war. Insbesondere die von Intel getroffene Aussage, dass HyperThreading bei der Core-Microarchitektur aufgrund der kurzen Pipeline keine Verwendung fand, löst bei den meisten Experten in Kombination mit dem Gerücht Unbehagen aus. Schließlich würde dies umgemünzt bedeuten, dass Nehalem auf eine längere Pipeline setzt; somit zwar mit höheren Taktraten auftreten könnte, aber im Endeffekt auch mit einer höheren Verlustleistung. Noch einmal in die "NetBurst-Falle" zu tappen, wäre für Intel fatal.

Zur Relativierung sollte man sagen, dass es schon mit dem Teufel zugehen müsste, wenn Intel mit Nehalem tatsächlich einen weiteren Energieschlucker vorstellen würde. Intel hat eindeutig die Zeichen der Zeit erkannt; sonst wäre wohl kaum etwas enstanden, was man heute Core-Microarchitektur nennt. Eine ganz andere Frage bleibt, ob das anvisierte HyperThreading mit dem des Pentium 4s zu vergleichen ist. Womöglich verkauft man dem Kunden unter demselben, erfolgreichen Namen eine ganz andere Technik. Wirklich Sinn ergibt HyperThreading bei mehrkernigen CPUs nämlich nicht mehr, weswegen ja auch schon teils Gerüchte im feurigen Sommer durchs Land zogen, Intel bzw. AMD plane ein Anti-HyperThreading Feature. Letztendlich muss man abwarten, ob es in Zukunft erneut dahingehend starke Gerüchte gibt oder ob sie verblassen und als Ente enden.


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