R600 trumpft mit 512-Bit Speicherinterface auf

AMDNicht schlecht, staunte man, als sich immer mehr herauskristallisierte, dass der G80 an ein 384-Bit Speicherinterface angebunden ist. Viele sahen in diesem Schritt vielleicht das Geheimkonzept, um gegen den R600 zu bestehen; es sollte ein entschiedener Vorteil sein. Beruft man sich allerdings auf aktuelle Mediengerüchte, so könnte nVidias Schritt mehr eine "schnelle" Notlösung gewesen sein, als ein cleverer Schachzug. Die britischen Kollegen von "The Inquirer" wollen sich nämlich sicher sein, dass auf dem R600 ein stolzes 512-Bit Speicherinterface werkelt. Um nicht arg alt gegen den R600 auszusehen, hat nVidia dem G80 fix noch ein 384-Bit Speicherinterface spendiert, heißt es. An dieser Tatsache ist schon was dran, hieß es doch bereits in früheren Meldungen, weit bevor bekannt war, dass der G80 auf ein 384-Bit Speicherinterface setzt, dass auf dem R600 ein mächtiges 512-Bit Speicherinterface Platz findet.

Sollte der R600 tatsächlich ein 512-Bit Speicherinterface an Bord haben, so dürfte eher die Karten auf seiner Seite haben. Insbesondere deswegen, weil mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Topmodell - der gemutmaßten X2800 XTX - GDDR4 Speicher zum Einsatz kommt. Nur einmal angenommen dieser würde mit den "normalen" 1000 MHz (2000 MHz) der aktuellen X1950 XTX takten, so ergäbe sich eine unvorstellbare Bandbreite von sage und schreibe 128 GB/s. Die erst kürzlich als neuer Rekord gefeierte Bandbreite des G80 von 86.4 GB/s wirkt hierbei mickrig und überholt. Eine ganz andere Frage bleibt, ob die Karte auch wirklichen Nutzen aus der Bandbreite ziehen kann. Denn erst ab Auflösungen jenseits der 2048x1536 sollten sich klare Vorteile für den Chip aus Kanada zeigen. Insofern ist fraglich, ob ATi tatsächlich ein 512-Bit Speicherinterface in der Hinterhand hat, denn der Kostenpunkt ist kein unwesentlicher Faktor und dürfte mit einem so hohen Speicherinterface eventuell nur unnötig in die Höhe getrieben werden.

Taucht man weiter in die Datenblätter von "The Inquirer" ein, so stellt man fest, dass ATi bei den Textureinheiten keine weiteren "Neuerungen" plant. Altbekannte - und völlig ausreichende - 16 TMUs sowie 16 ROPs sollen die Füllrate auf einem ähnlich "hohen" Niveau wie bei der X1000 Serie halten. Nur der Chiptakt - der momentan bei rund 700 MHz gesehen wird - dürfte eine etwas höhere Füllrate veranlassen. Nicht ohne Grund hat ATi nach derzeitigem Kenntnisstand die Finger von den Textureinheiten genommen, sie bringen letztendlich kaum noch Mehrvorteile und man würde sich in "unwichtigen" Dingen womöglich verhaspeln. Stattdessen visiert man beim R600 die viel wichtigere Shader-Power ins Auge.

Unified-Shader-Architektur sei Dank, soll der Chip aus Kanada dem G80 mindestens ebenbürtig sein. Auf dem Papier versprechen die 64 Streamprozessoren zwar noch nicht allzu viel - nVidia hat beim G80 derer 128 zu bieten - allerdings sollte man nackten Zahlen bekanntlich nie alleine trauen. Anders als die nVidia Shader-Einheiten, sollen die der Kanadier deutlich effizienter sein. Resultierend daraus, dass sie bis zu vier Shader-Operationen gleichzeitig durchführen können, im Gegensatz zum G80, welcher immer nur je eine Shader-Operation durchführen kann. Um aber auch dem R600 eine vergleichbare Zahl zu verpassen, mag man schnell auf die Idee 64x4 = 256 kommen, doch hier sollte noch äußerste Vorsicht gewaltet werden. Welche genauen technischen Instruktionen in den Shader-Einheiten stecken, wissen oftmals nur die Hersteller selbst. Insofern sollte man hier noch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Spieleentwickler wollen allerdings schon jetzt in Erfahrung gebracht haben, dass bei simplen Shadern, wie man sie häufig noch in aktuellen Spielen vorfindet, die Kalifornier eine Nasenspitze voraus sind, wohingegen bei komplexen Shadern oftmals der R600 das Duell gewinnen soll.

Wie gewichtig diese Gerüchte sind, werden wir erst zum Launch analysieren können. Dieser soll unbestätigten Gerüchten zufolge am 30. Januar 2007 stattfinden. Ja, 30. Januar, dann wenn AMD neue Prozessoren vorstellen will und Microsoft sein jahrelang entwickeltes Windows Vista ebenfalls vorstellt. Aus unserer Sicht unwahrscheinlich, dass ATi ausgerechnet diesen Tag nutzt, um seine neuste Grafikkartengeneration einzuweihen. Schließlich würde ihnen so einige Aufmerksamkeit abhanden kommen. Am Ende verweisen wir wie immer auf die Tugend der Geduld.


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