Pentium lebt auf Core-Microarchitektur weiter

IntelAls Intel am 27. Juli die Intel Core-Microarchitektur vorstellte, wollte man eigentlich seine Vergangenheit nicht weiter mit sich schleppen und den in den letzten Jahren so "misshandelten" Namen Pentium ad acta legen. Er stand melancholisch formuliert nur noch für Verlustleistung, nicht aber mehr Performance. Völlig unverständlich deutete sich bereits vor einigen Monate an, dass Intel zukünftig Prozessoren auf Core-Microarchitektur-Basis unter dem Label des Pentium verkaufen würde. Wohl aus Hoffnung Intel würde sich das ganze noch einmal durch den Kopf gehen lassen, entschieden wir uns zum damaligen Zeitpunkt, keine News aufzusetzen. Mittlerweile haben sich die Fronten gehärtet und man kann sich ziemlich sicher sein, dass der Pentium eine Art Renaissance erleben wird.

Bisweilen ging man davon aus, dass er als Single-Core Conroe unter dem Namen Pentium E1000 in Erscheinung treten würde. Mangels Interesse an Single-Core Prozessoren - man sollte nicht vergessen, dass die CPUs sowieso erst für das dritte Quartal 2007 geplant sind - verabschiedete sich Intel aber von dieser wohl auch kaum noch profitablen Lösung und möchte stattdessen den Pentium in die so genannte E2000 Serie einpflanzen. Dabei soll er die Rolle eines abgespeckten Dual-Core Prozessors übernehmen. Ausgestattet mit einem 2 MiB großen L2-Cache und einen auf 800 MHz reduzierten FSB soll er den bunten Low-Cost Sektor aufmischen. Die Taktraten ansich sollen vorerst unter der 2 GHz Grenze bleiben; konkret sind ein Pentium E2140 (1.6 GHz) und E2160 (1.8 GHz) geplant. Beim Featureangebot möchte Intel den Kunden nicht lumpen und gewährt ihm alle bekannten Features der Core 2 Generation, sprich, SpeedStep, Intel 64, XD-Bit und VT.

Abschließend sei gesagt, dass Intel mit seiner neuen Pentium Serie dem wahren Pentium sein Grab schaufelt. Pentium D und Pentium 4 sollen auslaufen und die NetBurst-Architektur auf Null runterfahren lassen, so dass im Umkehrschluss die Core-Microarchitektur flächendeckend verbreitet ist. Zumal für das dritte Quartal neben dem Pentium auch noch der neue Celeron - ebenfalls auf Core-Microarchitektur-Basis - antritt, der quasi in die Rolle des anfangs gemutmaßten Pentium E1000 schlüpft und entsprechend nur mit einem Core (Single-Core) daherkommt. Ob der neue Celeron auch in den Einzelhandel kommt, bleibt abzuwarten; wahrscheinlich wird er vorwiegend in sehr günstigen Komplettsystemen eingesetzt werden. Am Rande möchten wir darauf aufmerksam machen, dass wenn im dritten Quartal 2007 die Intel-Welt nur noch Core kennt, schon wenige Monate später - laut Roadmap - die neue Nehalem-Architektur kommt. Somit wird dann das komplette Spielchen wieder von vorne aufgezäumt und wir als Kunde immer mittendrin.


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