K8L hat mehrere Facetten

AMDUnd schon wieder spuckt die Gerüchteküche neue Spekulationen zum K8L aus. Nachdem erst vorgestern zahlreiche neue Informationen das Web überfluteten, scheint am heutigen Tage immer noch Flut zu sein und die Ebbe noch längst nicht in Sichtweite. Dass der Vier-Kern Prozessor Altair heißen würde, berichteten wir erst vorgestern. Ferner dass er anfangs auf einem so genannten Sockel AM2+ basieren wird und im zweiten Halbjahr 2008 vom so genannten Sockel AM3 abgelöst wird. Die jetzt aufgetauchten Meldungen beschränken sich jedoch nicht mehr nur auf den Altair, vielmehr bringt man nun die Codenamen Antares und Arcturus ins Spiel. Jene zwei Prozessoren sind Dual-Core CPUs und somit für den Mainstream-Sektor bestimmt. Der Unterschied zwischen Antares und Arcturus besteht darin, dass erst genannter einen L3-Cache hat und teils höhere Taktraten. Um dem Ganzen ein bisschen Übersicht einzuhauchen, wollen wir nun die Eckdaten in tabellerischer Form darstellen.

. Altair FX Altair Antares Arcturus
Marktsegment Hohe Leistung Leistung Mainstream Einsteiger
Taktfrequenz 2.7 - 2.9 GHz 2.7 - 2.9 GHz 2.0 - 2.9 GHz 2.1 - 2.3 GHz
Typus Quad-Core Quad-Core Dual-Core Dual-Core
L2-Cache 4x 512 KB 4x 512 KB 2x 512 KB 2x 512 KB
L3-Cache 2 MiB 2 MiB 2 MiB -
I/O Power 4.0 - 4.2 GT/s 4.0 - 4.2 GT/s 3.0 - 4.2 GT/s 3.0 - 3.4 GT/s
TDP 125 Watt 125 Watt 89/65/35 Watt 65 Watt
Sockel Sockel F+ Sockel AM2+ Sockel AM2+ Sockel AM2+
Einführung Q3/2007 Q3/2007 Q3/2007 Q4/2007


Auffällig ist, dass alle CPUs "nur" einen 512 KiB großen L2-Cache pro Kern haben - wir berichteten - womöglich jonglieren sie so gut mit dem 2 MiB großen L3-Cache - ausgenommen Arcturus, dem kein L3-Cache zur Verfügung steht -, dass ein noch größerer L2-Cache nicht von Nöten ist. Gesprächsstoff gibt es auch bei der I/O Geschwindigkeit, die sich ja mittels der HyperTransport Schnittstelle berechnen lässt. Brachten aktuelle AMD-CPUs auf Sockel 939 und AM2 Basis noch eine konstante I/O Geschwindigkeit von 1 GHz - entsprechend 2.0 GT/s - auf die Waage, so variiert die Geschwindigkeit mit der neuen HyperTransport 3.0 Schnittstelle je nach Taktfrequenz. Wird beispielsweise die CPU mit 2.0 GHz getaktet, so beläuft sich deren I/O Geschwindigkeit auf 1.5 GHz - entsprechend 3.0 GT/s -, wird sie aber mit 2.9 GHz getaktet, so beläuft sich deren I/O Geschwindigkeit auf 2.1 GHz - entsprechend 4.2 GT/s. Wem das Ganze noch etwas verfremdet vorkommt, wie man die letztliche Geschwindigkeit der I/O berechnet, der muss nur 75% des CPU-Taktes ausrechnen. Interessant ist, dass die HyperTransport 3.0 Schnittstelle mit bis zu Taktraten von 2.6 GHz - entsprechend 5.2 GT/s - umgehen kann; flink gerechnet bemerkt man, dass die HyperTransport Schnittstelle erst bei einer CPU-Taktfrequenz von 3.5 GHz an ihr Limit stößt.

Die angegebenen TDP Werte stimmen eigentlich recht positiv. Mit den angegebenen 125 Watt bei den Topmodellen bleibt man auf demselben Niveau, nur mit dem feinen Unterschied, dass beim K8L gleich vier Kerne verbaut sind und beim aktuellen K8 nur zwei. Entsprechend scheint es, als habe man ganze Arbeit bezüglich des Strombedarfs geleistet. Am Rande sei bemerkt, dass sich die in einem Monat erscheinende Intel Quad-Core CPU - Kentsfield - 130 Watt zu Gemüte führt. Ergo hätte AMD hier gar einen kleinen Vorteil, wobei bei dieser Theorie noch nicht durchdacht wäre, dass Intel im dritten Quartal 2007 ja bereits seine Umstellung auf 45nm vollzogen hat. In puncto Verlustleistung scheint der K8L also seinem Konkurrenten schon einmal nicht den Rang abzulaufen. Wie es hinsichtlich der Performance aussieht, ist noch zu fern und man müsste sich auf eine höchst spekulative Ebene begeben.

Springt man bei der Tabelle noch eine weitere Zeile hinunter, so bemerkt man, dass der Altair FX hier zur Ringeltaube mutiert, denn anders als die restlichen CPUs setzt er auf den so genannten Sockel F+; höchstwahrscheinlich um mit AMDs 4x4 Plattform kompatibel zu bleiben. Dass der andere Sockel einen positiven oder gar negativen Einfluss auf die CPU nimmt, ist nicht zu erwarten - man setzt sich einfach von den "normalsterblichen" CPUs mit einem Extra-Sockel ab. Zu den "normalsterblichen" CPUs gesellt sich auch im vierten Quartal - also mit etwas Verspätung - der Arcturus, welcher allem Anschein nach ein "leicht" abgespeckter Antares ist. Nicht nur fehlt ihm der L3-Cache, auch die Taktraten fallen weitaus niedriger aus. Dennoch dürfte die CPU einen guten - und vor allen Dingen preiswerten - Einstieg in die Dual-Core Welt ermöglichen. In unserer Tabelle zwar nicht berücksichtigt - aufgrund spärlicher Informationen - plant AMD auch noch im vierten Quartal eine Single-Core CPU auf Basis der K8L-Architektur. Bislang ist nur bekannt, dass sie auf den Codenamen Spica hört und ebenfalls für den Sockel AM2+ konzipiert ist.

In ziemlich genau einem Jahr wird die K8L-Architektur an den Start gehen und hoffentlich so viel Lob und Ruhm ernten wie seinerzeit die Core-Microarchitektur. Nachdem gewisse Eckpfeiler der neuen AMD-Architektur durchleuchtet wurden und nun auch recht konkrete Eckdaten den Weg in World-Wide-Web gefunden haben, gilt es eigentlich nur noch die endgültige Performance abzuwarten. Wenn diese stimmen sollte, so wäre AMD wieder perfekt am Markt positioniert. Schließlich stellt man gleich fünf verschiedene CPUs vor, welche ihrerseits noch einmal in unterschiedliche Modelle unterteilt werden. Die Zukunft verspricht von Vielfalt geprägt zu sein.


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