DDR3-Speicher nimmt Konturen an

RamIm dritten Quartal nächsten Jahres rollt schon die nächste Speichertechnologie auf uns zu, und zwar DDR in der dritten Generation. DDR3 soll gegenüber aktuellem DDR2 Speicher nicht nur weniger Strom verbrauchen, sondern auch weitaus höhere Taktraten erlauben. Den gesenkten Stromverbrauch bezieht die neue Speichertechnologie von ihrer gesenkten Versorgungsspannung. Galt bei DDR2 noch 1.8 V als Standard - einige exotische Hersteller gaben auch teils bis zu 2.3 V auf ihre Module - wird sich DDR3 nur noch mit 1.5 V begnügen. Auf dem Intel Developer Forum Fall 2006 betonte Intel zuversichtlich, dass mit DDR3 die Bandbreite pro Watt enorm gesteigert werden konnte. Ferner konnte man auf dem IDF schon erste lauffähige Systeme bewundern, die DDR3 1066 Riegel in Betrieb hatten, welche mit einer Cas Latency von 7 angesprochen wurden. Anders als anfangs in der Gerüchteküche verbreitet, wurde bei den Systemen auf dem IDF ein modifizierter P965 Chipsatz eingesetzt, nicht aber etwa der für das dritte Quartal nächsten Jahres geplante Bearlake Chipsatz, der erst malig DDR3 in die Intel-Welt holt.

Für ein wenig Ärgernis sorgte, dass die neuen DDR3-Module wie aktuelle DDR2-Module 240-Pins haben, jedoch trotzdem inkompatibel sind, da die Nase etwas anders angeordnet ist. Eine vergangene News, in der davon die Rede war, dass der kommende Bearlake-G+ Chipsatz, der wohl voraussichtlich im Mainstream-Sektor seine Verwendung finden wird, sowohl DDR2-Speicher bis zu einer Geschwindigkeit von DDR2 800 aufnehmen kann als auch DDR3-Speicher bis zu einer Geschwindigkeit von DDR3 1066, erweckte zumindest den Anschein, dass Intel erst malig auch dem Kunden Abwärtskompatiblität gewährt. Allerdings soll ebenfalls im dritten Quartal der Bearlake-X Chipsatz erscheinen, der im High-End Segment angesiedelt sein wird und den aktuellen 975X Chipsatz verdrängt; er wird keinen DDR2-Support mehr bieten, dafür aber DDR3-Support bis zu einer Geschwindigkeit von 1333 MHz. Intel selbst geht davon aus, dass DDR3 sich erst im Jahr 2009 richtig durchsetzen wird; 2008 sollen aber auch schon High-End Systeme mit DDR3-Speicher bestückt werden - wohl auch ein Grund, warum AMD erst 2008 auf den DDR3-Zug springt.

Der zuletzt zu beleuchtende Punkt ist, ob DDR3 überhaupt schon einen Sinn ergibt. Es war schon mit schnellem DDR2 1066 Speicher zu beobachten, dass die CPU kaum noch einen Profit von der enormen Bandbreite erschließen kann - ähnlich sah/sieht es mit den AMD-CPUs aus. Besonders die aktuellen Core 2 CPUs sind kaum noch bandbreitenlastig - was eigentlich positiv ist - und geben sich oftmals schon mit einem DDR2 667 Betrieb im Dual-Channel vollends zufrieden. Also alles nur verpuffte Kraft? Zum derzeitigen Zeitpunkt schaut es ganz danach aus. Also wird DDR3 - wie auch schon DDR2 - möglicherweise nur zum Prestigeobjekt, nicht aber zum erfüllten Performancegarant? Wir müssen und werden es abwarten.


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