IDF: Penryn, Nehalem und Gesher

IntelAuf dem IDF wirft man oftmals gerne einen Blick in die ferne Zukunft, so auch dieses Jahr. Nachdem Intel großspurig vor einigen Monaten publik machte, dass man fortan im 2-Jahres-Rhythmus eine neue Prozessor-Architektur vorstellen will, sahen wohl die meisten Intel noch auf der Welle der "Core-Microarchitektur-Euphorie" und schenkten den Worten keine große Bedeutung. Allem Anschein nach möchte aber Intel von der angepeilten Philosophie tatsächlich nicht abrücken und bekräftigte erneut, dass 2008 die Nehalem-Architektur kommen wird und 2010 schon die Gesher-Architektur folgen wird. Das Ganze mag fast schon zu schön klingen, denn blickt man auf vergangene Zeiten zurück, so vergingen zwischen einzelnen Prozessor-Architekturen immer gut und gerne 5 Jahre. Somit wird wohl schon der für Ende 2007 angekündigte Penryn das Ende der Core-Microarchitektur darstellen, die uns bisweilen doch immer noch sehr viel Freude bereitet.

Der Penryn soll dabei eine monolithische Quad-Core CPU werden, die im modernen 45nm Prozess hergestellt wird und an einen gemeinsamen, 8 MiB großen L2-Cache angebunden ist. Über Taktraten kann man nur spekulieren, jedoch dürfte der Die-Shrink auf 45nm noch einmal einiges aus der Core-Microarchitektur holen, so dass Taktraten von bis zu 3.6 GHz theoretisch ohne Probleme zu bewältigen wären. Wie hoch letztendlich die Taktrate beim Penryn ausfallen wird, hängt sicherlich auch stark davon ab, wie schnell AMDs "Wunderchip" K8L wird.

Wie Intel gestern verkündete wird im Penryn wohl auch erst malig eine neue Multimediabefehlserweiterung sitzen, die dann auch wirklich auf den Namen SSE4 hören wird und ganze 50 neue Befehle mitbringt. In Anbetracht der Tatsache, dass Intel mit der Core-Microarchitektur eine ganze Reihe von neuen Befehlen in die CPU integrierte, sprach man schon hier gerne von SSE4, jedoch vermied Intel diesen Begriff selbst stets in der Öffentlichkeit und nun weiß man auch warum. Interessant wird auch sein, wie weit mit dem Penryn der Stromverbrauch herabgesetzt werden kann, denn schließlich ist es die erste 45nm CPU seitens Intel. Die angepeilten 130 Watt des Kentsfield zeigen, dass man sich trotz neuer Architektur immer noch auf einem sehr schmalen Grad bewegt, den es im Auge zu behalten gilt. Wir vermuten, dass mit dem Die-Shrink auf 45nm die Verlustleistung wieder auf ca. 80 Watt zurückgeschraubt werden kann.

Nach Penryn wird - wie schon eingangs erwähnt - Nehalem mit einer komplett neuen Microarchitektur folgen. Was man von der neuen Architektur erwarten darf, kann man derweilen nur mutmaßen; handfeste Informationen ließ sich Intel auf dem Devoloper Forum nicht entlocken, auch wenn man ansonsten sehr offen über die Zukunft sprach. Fest steht, dass die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist und derzeit in Kalifornien (Oregon) auf Hochtouren läuft.
Eine kleine Anekdote am Rande: Die Nehalem-Architektur wird ausgerechnet von jenem Entwicklungsteam kreiert, welches damals die Netburst-Architektur (Pentium 4) entwarf. Ob das ein gutes Omen ist, sei einmal dahingestellt.

Zu guter Letzt steht 2010 die Gesher-Architektur auf dem Programm, welche Gerüchten zufolge Intels erste Architektur wird, die mit 32-Kernen auf einem DIE aufwarten kann. Da die Architektur erst in 4 Jahren vorgestellt wird und man noch nicht einmal die Entwicklung der vorherigen Architektur abgeschlossen hat, darf man hier mitunter wirklich nur spekulieren. Höchstwahrscheinlich wird Intel noch nicht einmal konkret selbst wissen, was man mit Gesher und co. überhaupt auf die Beine stellen will; allerdings hinterließ die Ankündigung auf dem Intel Developer Forum, dass die Pro/Watt Leistung bei der Gesher-Architektur gegenüber der aktuellen Core-Architektur um sensationelle 300% steigen wird, einen äußerst guten Eindruck. Man wird abwarten müssen, was uns die Zukunft beschert; wir sehen dem mit Optimismus entgegen.


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