IDF: Quad-Core und 45nm im Vordergrund

IntelHüllten sich gestern die Beteiligten auf dem IDF noch in Schweigen, wurden heute mit voller Kraft der Presse interessante Details übermittelt, die es nun zu übertragen gilt. Auch auf dem diesjährigen IDF liegt der Fokus in der Multi-Core Technologie. Intel träumt davon, schon in absehbarer Zeit mit 100 CPU-Kernen und mehr auftrumpfen zu können; zuvor möchte man aber erst einmal mit Quad-Core die nächste Evolutionsstufe ebnen. Wie man etlichen Vorab-Meldungen bereits entnehmen konnte, wird Intel noch im November dieses Jahres erste Quad-Core CPUs präsentieren. Am sehnsüchtigsten wird gewiss der Intel Core 2 Extreme QX6700 erwartet, welcher einigen vielleicht besser unter dem Codenamen "Kentsfield" bekannt ist. Wie Intel jetzt offiziell preis gab, wird er mit 2.66 GHz pro Kern takten und dabei über 2x 4 MiB L2-Cache verfügen. Zur Realisierung lässt sich sagen, dass man hier den relativ einfachen Weg gegangen ist zwei Intel Core 2 Duo E6700 CPUs auf eine Package zu packen; jenes Prinzip wandte man schon beim Presler an, wo in Wirklichkeit auch nur zwei Cedar Mill Kerne ihre Arbeit verrichteten. Einziger Nachteil dieser Methode ist, dass unter Umständen - beispielsweise beim Codieren von Videos - der FSB zu sehr belastet wird und letztendlich der limitierende Faktor ist. Dies war in der Vergangenheit sehr "schön" bei den Intel Pentium D CPUs zu beobachten.

Intel Core 2 Extreme QX6700 Roadmap

Intel selbst will das Ganze ein bisschen unter`m Teppich kehren und verweist darauf, dass die aktuelle FutureMark Demo "Ice Storm Fighters", welche eindrucksvoll die Vorteile einer Quad-Core CPU zu nutzen weiß, den FSB mit lediglich 13% belastet. Hierzu sei zum einen gesagt, dass Intel höchstpersönlich den Benchmark in Auftrag gegeben hat und zum anderen dass der FSB in 3D-Anwendungen generell sehr selten zum limitierenden Faktor anvanciert. Das letzte Wort ist also hier noch nicht gesprochen, allerdings sollte man diese kleine Ungereimtheit sicherlich nicht allzu sehr auf die Spitze treiben, denn im Extremfall hat die CPU dann vielleicht mit einem Performanceverlust von 5% zu kämpfen. Neben der Performance steht ohne jeden Zweifel auch die Kompatiblität der CPU im Vordergrund. Insgeheim hofften und glaubten viele, dass ihr aktuelles Board (P965 oder 975X Chipsatz) den Kentsfield unterbringen könnte, jedoch blieb Intel bislang ein offizielles Statemant schuldig, was man aber mit dem gestrigen Tage nachreichte. So stellte man klar, dass alle aktuellen Mainboards, die auch mit einem Intel Core 2 Duo / Extreme umgehen können, nach einem entsprechenden Bios-Update keinerlei Probleme mit dem Kentsfield haben werden. Außerdem kam man erst malig auf den Stromverbrauch des Kentsfield zu sprechen und gestand, dass dieser mit 130 Watt nicht gerade niedrig angesetzt ist.

Intel Quad-Core Roadmap

Besserung gelobt man mit der 45nm Technologie, welche laut Intel in vollem Gange ist. Angeblich habe man schon 15 Produkte mit der neuen, 45nm-Fertigung entwickelt; darunter sowohl Desktop, Mobile als auch Server-CPUs. Zudem verriet Paul Otellini, dass der erste 45nm-Kern für den Desktop-Sektor, Penryn, schon nächsten Monat sein Tape-Out feiern dürfte. Auch hinsichtlich der Kapazitäten ist man positiv gestimmt - nicht ohne Grund. Man hat mit dem Neubau der Fab 32 in Arizona und der Fab 28 in Israel alle nötigen Wege eingeleitet, um etwaigen Lieferengpässen entgegen zu wirken. Nichts soll bei der Umstellung auf 45nm schief gehen; schließlich setzt man große Stücke auf die neue Fertigungstechnologie und erwartet nicht nur eine 30% höhere Performance, nein, auch eine um den Faktor 5 reduzierte Leakage. Intel selbst ist immer noch davon überzeugt, dass man schon in der zweiten Jahreshälfte 2007 erste 45nm-CPUs vorführen kann; warten wir`s ab.


Kommentar schreiben

  • Loggen Sie sich oben mit ihren Benutzerdaten ein, um Kommentare zu verfassen.
  • Falls Sie noch kein Mitglied sind, können Sie sich in unserem Forum registrieren.

0 Kommentare