AMD: 4x4 und 65nm die Schlagwörter

AMDSeit dem 27. Juli dieses Jahres steht die CPU-Welt kopf und orientiert sich wieder - dies war lange Zeit nicht so - nach einer Intel-CPU. Urplötzlich ist AMD von ganz oben nach ganz unten gerutscht, wobei man das Ganze gewiss nicht dramatisieren sollte. AMD hat mit
Preissenkungen entsprechend reagiert und bietet dadurch auch wieder konkurrenzfähige Produkte an, jedoch ist man insbesondere in der High-End Sparte komplett weg vom Fenster, wo man sich in der Vergangenheit mit den starken FX Modellen geradezu sonnen konnte. Es fehlt bei AMD momentan schlicht und ergreifend die Performance, um auch in oberen Regionen mit Intel duellieren zu können. Die schon lange angekündigte 4x4 Plattform, der man erst kürzlich den Namen
Quad-Father verpasste, soll die Kehrtwende bringen und der Konkurrenz aus Santa Clara wieder das Fürchten lehren.

Bei der 4x4 Plattform handelt es sich um das Konzept zwei AMD Dual-Core CPUs auf einem Mainboard, das zwei Sockel fasst, parallel zu schalten, so dass man im Endeffekt die Performance einer Quad-Core CPU erzielen kann, wenn auch über Umwege. Soweit so gut. Die Theorie versprach, dass die Boardhersteller neue Platinen vorstellen würden, welche die geforderten 2 Sockel beherbegen würden. Dem kann man auch uneingeschränkt zustimmen, allerdings wird es sich bei den Platinen nicht um Sockel AM2 Mainboards handeln - was das Naheliegendste gewesen wäre - sondern um Sockel F Mainboards. Zur Erinnerung: Der
Sockel F ist der erst kürzlich von AMD vorgestellte Sockel für die Server-CPUs.

Sicherlich eine faustdicke Überraschung, die jedoch auf den ersten Blick keine großen Auswirkungen hat. Denn ein Neues Mainboard muss - wenn man auf Quad-Father umsteigen will - ja sowieso her. Ob der Sockel jetzt der im Desktop-Sektor vorhandene AM2 ist oder der im Server-Sektor vorhandene F ist, spielt dabei eigentlich eine minderwichtige Rolle. Die weitaus schlimmere Überraschung ist, dass entsprechend aktuelle FX Modelle, die auf dem Sockel AM2 basieren, keinen Platz mehr finden. Aus diesem Grund heraus wird AMD drei komplett neue FX Modelle aus dem Boden stampfen, die auf den Namen FX 70, FX 72 und FX 74 hören werden. Getaktet mit 2.6 GHz, 2.8 GHz und 3.0 GHz bei je 1 MiB L2-Cache pro Kern versprechen die neuen Boliden einiges an Performance. Die TDP wird sich bei allen Modellen auf 125 Watt belaufen, was gegenüber der vergleichbaren Intel Core 2 Extreme X6800, die sich gerade einmal 75 Watt aus der Steckdose holt, ein ganz schönes Stück mehr ist.

Womit wir auch schon beim zweiten Zauberwort von AMD wären, 65nm. Man erhofft sich von der neuen Fertigung, die im übrigen sehr gut läuft und schon im Oktober erste Chips hervorbringen soll, zum einen einen reduzierten Stromverbrauch zum anderen natürlich die Möglichkeit höhere Taktfrequenzen zu fahren, die bei AMD schon seit Monaten, gar Jahren, bei 2.4 - 2.8 GHz stagnieren. Anfangs wird AMD die Modelle Athlon 64 X2 4000+, 4400+, 4800+ und 5000+ dem Die-Shrink unterziehen. Besonders die ersten drei CPUs (X2 4000+ bis 4800+), die von AMD schon
aussortiert worden sind, erleben dadurch eine Art Renaissance. Die angegebene TDP beläuft sich auf sehr erfreuliche 65 Watt.

Kurioserweise werden Ende des Jahres unter der 90nm-Regie noch drei weitere High-End CPUs vorgestellt. Konkret sind das die Modelle Athlon 64 X2 5400+ (2.8 GHz - 2x 512 KB), 5600+ (2.8 GHz - 2x 1024 KB) und 6000+ (3.0 GHz - 2x 1024 KB). Man sieht, dass AMD kräftig bemüht ist die Macht Intel Core 2 einzudämmen. Mit Quad-Father hat man sicherlich eine Lösung gefunden, schnell auf den Kentsfield von Intel zu reagieren. Bedenkt man das der FX 74 mit 3.0 GHz takten wird und der Kentsfield "nur" mit 2.66 GHz, merkt man, dass sich hier ein ganz enges Duell anbahnt. Doch da wäre erst einmal noch das entscheidene Kriterium des Preises zu klären. Ferner würde der FX 74 weitaus mehr Strom verschlingen und zudem noch ein spezielles Mainboard benötigen. Man wird sehen müssen, was der Kunde annehmen wird und was nicht. Das Roulett dreht sich immer weiter.


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