Microsoft bringt iPod-Killer

MicrosoftEnde der 90iger sah es für Apple nicht gerade rosig aus, der Aktienkurs lag am Boden und auch sonst fristete das Unternehmen aus Cupertino ein Schattendasein. Zwar konnte man sich dank innovativer Produkte wie dem iMac gerade so über Wasser halten, aber die die goldenen Zeiten hatte die Firma von Steve Jobs schon lange hinter sich. Am 23. Oktober 2001 sollte sich dies aber schlagartig ändern und zwar mit dem iPod - dem heute wohl bekanntesten MP3-Player der Welt- der eine Renaissance in der Geschichte der Firma aus Kalifornien einleitete und entgegen der Kritik ein Erfolg sondergleichen wurde; mit freundlicher Unterstützung der HiFi-Größen wie Sony, die den Trend hin zu digitaler Musik schlicht und einfach verschlafen haben. Obwohl Apple Jahr für Jahr steigende Gewinne mit dem Musikgeschäft erzielen konnte, sah sich Microsoft bisher nicht genötigt, selbst tätig zu werden. Langsam aber sicher, da der Mac aus dem Geschäft mit den MP3-Playern zu erstarken droht und in den USA schon einen Marktanteil von circa 15 Prozent erringen konnte, haben Bill Gates und Co. den Ernst der Lage erkannt und wollen dem Unternehmen mit dem angebissenen Apfel im Logo nun das Wasser abgraben.


Microsoft Zune

Gelingen soll dies mit dem sagenumworbenen MP3-Player namens Zune, der in letzter Zeit für viel Aufsehen sorgte und im lukrativen Geschäft mit digitaler Musik der Konkurrenz das Fürchten lehren soll. Während es bisher nicht viel mehr als ein nett animiertes Flash-Video gab, lüftete Microsoft Ende letzter Woche den Mantel des Schweigens und präsentierte endlich handfeste Eckdaten zum Ende des Jahres erscheinenden MP3-Player. Demnach wird es das von Toshiba gefertigte Gerät in drei Farbvarianten: weiß, schwarz und braun geben. Die technischen Daten - inklusive des drei Zoll großen Displays mit einer Auflösung von 320x240 Pixeln und der 30 GB großen Festplatte - entsprechen ungefähr dem, was auch der iPod aus dem Hause Apple bietet. Der größte Vorteil des Zune gegenüber der Konkurrenz aus Cupertino dürfte ohne jeden Zweifel die integrierte W-LAN Fähigkeit sein, über die Musik online gekauft werden kann. Die Funktionalität der drahtlosen Datenübertragung ist aber nicht nur auf das Internet beschränkt, sondern auch der Datentransfer zu anderen Zune-Besitzern soll möglich sein. Ein kleinen Haken gibt es aber dennoch, denn auf Wunsch der Musikindustrie sind getauschte Musikstücke von anderen Usern nur innerhalb von drei Tagen abspielbar.


Dass der iPod so ein Erfolg werden konnte, liegt aber nicht nur an der Hardware, sondern auch an der entsprechenden Software. Was für Apple iTunes (inkl. Musicstore) ist, dass ist für Microsoft der so genannte "Zune Marketplace", welcher neben Musik- auch Videodownloads beinhalten soll. Da es bisher aber noch keine lauffähige Version zu sehen gab, kann man über die Güte der Software nur spekulieren. Gleiches gilt auch für den Preis, zu dem sich die Redmonder noch nicht geäußert haben, der aber laut Insidern bei 299 US Dollar liegen soll.


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